Archiv für den Tag: 20. Februar 2026

Briefe an die nahe Ferne ( 3 )

Memento mori 

Am Aschermittwoch zeichnet der Priester ein Kreuz aus Asche auf die Stirnen derer, die daran erinnert werden wollen und mutig genug sind, sich diesen Worten zu stellen:
Bedenke Mensch, daß du Staub bist und zum Staub zurückkehrst.

Bei den Römern soll beim Triumphzug  hinter dem siegreichen Feldherren immer ein Dienender gegangen sein, der andauernd mahnend den Spruch wiederholte:
Memento te hominem esse – Bedenke, daß du ein Mensch bist.

Ja, bedenke, daß du ein Mensch bist.

Die Fastenzeit hat begonnen und sie dauert , wie der alte Name „Quadragesima“ schon sagt, 40 Tage. Diese Zahl 40 hat eine tief symbolische und magisch/spirituelle Bedeutung und taucht in der Menschheitsgeschichte immer dann auf, wenn es um Übergänge von Altem zu Neuem, Wandel, Reinigung, Prüfungen geht und zieht sich durch die Überlieferungen der Völker. Ob man da jetzt irgendwas wissenschaftlich beweisen kann ist mir nicht bekannt. Die heutige Psychologie spricht davon, daß angeblich 40 Tage Disziplin ausreichen, um diverse Routinen zu ändern.

Für mich ist sie höchst geheimnisvoll, diese Zahl 40, und da ich eine alte Geheimniskrämerin bin, forsche ich den Geheimnissen mit Leidenschaft hinterher und entdecke seltsame Parallelen:

40 Wochen dauert in der Regel eine Schwangerschaft
40 Tage braucht die Seele, um sich nach dem Tod zurechtzufinden und sich darauf vorzubereiten, am 40. Tag den irdischen Bereich zu verlassen
40 Tage nach seiner Auferstehung ist die Himmelfahrt Christi
40 Tage hat Jesus in der Wüste gefastet
40 Tage war Mose auf dem Berg Sinai
40 Jahre regierten die biblischen Könige
40 Tage ist das Volk Israel durch die Wüste gewandert
40 Tage und Nächte dauerte die Sintflut
40 Tage lagen im 14.Jahrhundert in Venedig die Schiffe in „Quaranta“, um die Pest abzuwehren
40 Tage dauert die spirituelle Einkehr bei den Sufis
40 Schläge bei der Geißelstrafe waren genug, um den armen Menschenkörper zugrundezurichten, aber ihn gerade noch nicht zu töten

Und weil ja alles immer mit allem in manchmal rätselhafter Verbindung steht, soll hier auch dieses Zitat von Hesiod nicht unerwähnt bleiben über diesen mysteriösen Sternenhaufen der Plejaden, ich kann es nicht belegen, aber wie schon gesagt, jede r soll glauben, wie es ihr/ihm beliebt.

„Wenn das Gestirn der Plejaden emporsteigt,
dann beginne die Ernte,
doch pflüge, wenn sie hinabgehen.
Sie sind 40 Nächte und 40 Tage eingehüllt,
doch wenn sie wieder leuchtend erscheinen,
erst dann beginne die Sichel zu wetzen.“ (Hesiod)

Und selbstverständlich fällt mir der französische Spielfilm von 1954 ein, der sehr frei nach den „Geschichten aus 1001 Nacht“ die Geschichte von „Ali Baba und die 40 Räuber“ erzählt, mit Fernandel und Dieter Borsche in den Hauptrollen. Ich werde danach suchen und ihn hoffentlich irgendwo finden. Genau das Richtige jetzt für diese völlig eingeschneiten Tage des Februar.

Der wunderbare Hotfox63 hat grade The Pogues aufgelegt :

„…clouds are drifting across the moon
Cats are prowling on their beat
Spring´s a girl from the street at night
Dirty old town…

... Saw a train set the night on fire
I smelled the spring on the smoky wind
Dirty old town …

Really.

Liebe traurige Kraulquappe, ich grüß Dich von Herzen und umarm Dich aus der fernen Nähe!