Briefe an die nahe Ferne (38 )

Ich komme vom Einkaufen aus dem Geschäft und gehe zum Auto. Der Himmel ist grau, grau, so grau, wie er allgemein nicht gewünscht wird. Das Grau hat keine gute Lobby, denn wenn es in der Vorhalle schon so grau ist, wie soll es dann weitergehen … jetzt fängt es auch noch zum Nieseln an. Ich sehe den Vögeln zu, die in großen Scharen mit ausgebreiteten Flügeln über mir kreisen, denen scheint  das alles vollkommen egal zu sein. Wo er wohl herumfliegt und ob es ihm gutgeht, dem Habicht, denke ich. Vor ein paar Tagen gab es plötzlich komische Geräusche draußen auf dem Balkon, erst eins, dann nochmal eins und dann war Stille. Als ich die Balkontüre aufmachte, sah ich den großen , leicht zitternden Flügel und machte die Tür gleich wieder zu. Kurze Zeit später sahen wir nach, was sollten wir tun, ein Habicht lag da, den Flügel merkwürdig verdreht und daneben ein kleiner Vogel, tot.  Wahrscheinlich war der große dem kleinen nachgejagt und in der Aufregung sind dann beide an das Dachfenster geflogen und abgestürzt.
Und dann schaut uns der Habicht an, aus großen gelben und scharfsichtigen Augen, erhebt sich zur Brüstung und fliegt weg, den kleinen toten Vogel hat er liegengelassen, denn wenn er jagt, dann muß er seine Beute im Flug packen.

Lang schau ich hinauf zum Himmel und schicke seinem Grau meine solidarische Zustimmung.

„Solidarität ist der Zusammenhalt von Menschen und das gegenseitige Einstehen füreinander, auch wenn es eigene Nachteile bringt.“ So steht es bei Wikipedia.

Derzeit denke ich viel über Solidarität nach und ob ich sie selber schon verschenkt habe oder ob ich sie denn erlebt habe. Ja, ganz oft habe ich hauptsächlich ihr Fehlen und ihren Mangel erlebt und die Enttäuschung darüber und wie oft ich schon auch bei besten FreundInnen letztendlich alleine dastand, dann, wenns drauf angekommen wäre, füreinander einzustehen.

Alice Schwarzer hört mit der „EMMA“ auf. Sie ist alt und müde geworden, die Kraft reicht nicht mehr. Natürlich kriechen jetzt von allen Seiten die heraus, die gerne und hämisch nachtreten und sie wird von den einen als Ikone verehrt und von den anderen bespuckt , so wie es halt schon immer war. Ich mag sie sehr, jaja, auch mit ihren Fehlern, meine Güte! Ich verdanke ihr viel, sie hat Unglaubliches geleistet und ist dafür verprügelt worden, nein, keine Diskussionen über Feminismus, auch ich bin müde der Rechtfertigungen über ein Leben lang, heute noch oder wieder erklären zu müssen, was Gleichberechtigung bedeutet und, daß die Frau auch in der Sprache die Rede wert ist und heute, 2026 hören zu müssen: ich weiß doch, daß ich eine Frau bin, was brauch ich irgendein „Ge-gendere“ … das macht müde.

Ich habe viele Jahre mit großem Interesse die „EMMA“ gelesen. Durch ihre Lektüre habe ich zum ersten Mal im Leben Solidarität unter Frauen gespürt, das hat leider später wieder nachgelassen, aber mir wurde klar, daß es unter Frauen eine Schwesternschaft geben könnte, so wurden wir nicht erzogen und ich fürchte, auch heute ist der Wunsch, einer anderen Frau Schwester zu sein und dadurch solidarisch, statt Rivalin und Konkurrentin im patriarchalen Gemetzel nach wie vor sehr selten und rar, weil wir ja sowieso immer mehr in dieser Vereinzelungstendenz leben und arbeiten.

Aber damals hat sich mir eine völlig neue Welt erschlossen und ich bin zwar traurig über das Ende der Zeitschrift, aber sie hat ihre Arbeit getan und jetzt wird sich irgendwann zeigen, ob es junge Frauen gibt, die ihre eigene Weise einbringen und den Feminismus, der ja noch nie eine festgelegte und abgegrenzte Tatsache war, neu gestalten und weiterentwickeln, so wie es ihnen richtig erscheint.

Alice Schwarzer und ihrem Team wünsche ich eine etwas sturmberuhigtere Segelpartie zu neuen Ufern und Abenteuern und ich verneige mich dankbar vor der Arbeit, die sie in all diesen Jahren geleistet haben.

Noch eine, die ich sofort mochte, als ich sie zum ersten Mal am Bildschirm sah: Bärbel Bas. Auch sie ist gegangen, weil sie nicht mehr für oder gegen was auch immer kämpfen konnte, weil sie gedemütigt und geschwächt in großer Traurigkeit über den Verlust eines geliebten Menschen aufgegeben hat. Sie ist sicher keine leicht zu handhabende Frau, aber auch die Reserven von den sogenannten „starken Frauen“ sind irgendwann aufgebraucht. Für mich ist sie eine solidarische Frau, ich schätze sie sehr und hoffe, daß ihr Lebensweg sie dorthin führt, wo ihre Arbeit geschätzt wird, sie wird ihre Entscheidungen treffen.

Irgendwo im Universum meiner Zettelwirtschaft habe ich ein Zitat einer Schriftstellerin aufgeschrieben, das ich jetzt nicht finde, es geht darum,  daß offenbar Frauen immer noch nicht begriffen haben, daß Frauen unbedingt Frauen brauchen. Wie soll das gehen ohne Solidarität?  „Das gegenseitige Einstehen füreinander, auch wenn es eigene Nachteile bringt“… ja. darum geht es.

Vor ein paar Jahren habe ich wie soviele andere Frauen auch, im Supermarkt meinen Wagen geschoben, als plötzlich ein schlimmes Geplärre zu hören war. Ein offenbar Vorgesetzter schrie eine junge Mitarbeiterin vor der versammelten Kundschaft an, fuchtelte mit den Armen vor ihrem Gesicht herum und schimpfte und schrie bis die junge Frau völlig eingeschüchtert und zitternd dastand. Und das Allerschlimmste: keine der vielen Frauen, die einkauften, eilte ihr zur Hilfe und untersagte diesem unverschämten Kerl dieses mit nichts in der Welt zu rechtfertigende Gebrüll. Auch ich nicht. Bis heute schäme ich mich dafür in Grund und Boden. Ich stand da und bewegte mich nicht, und als sie verschwunden waren , wusste ich, ich hätte ihr beistehen müssen, wir hätten alle zusammen in einer Reihe ganz nah hingehen müssen, unbedingt, das hätte schon genügt. Keine hatte den Mut den ersten Schritt zu tun. Und am meisten schäme ich mich dafür, daß ich kurz, aber wahrnehmbar, dieses blöde Gefühl hatte, froh zu sein, daß es mal nicht mir passiert ist , meine Güte!

Man kriegt die Solidarität nicht geschenkt, sie besteht immer daraus, wieviel Mut man hat, trotz Angst, man muß sie immer neu erobern, wie die Demokratie. Einstehen füreinander, auch wenn es eigene Nachteile bringt. Für was soll das die Zauberformel sein? Ich weiß auch nicht, ob uns das in Einsamkeit, Schwermut und dem übrigen Schrecken der Welt hilft … aber es ist ein erster Schritt in die richtige Richtung und ein Kurs in Liebe, da bin ich absolut sicher.

An die Frau Kraulquappe ein großer lieber Gruß aus der nächtlich nieselnden fernen Nähe mit grippal erhitztem Kopf und kalten Füssen.

P.S. Meine Blogroll ist als unsicheres Plugin im Zuge der Bewältigung dieser aktuellen Sicherheitslückengeschichte zum Opfer gefallen

 

Briefe an die nahe Ferne ( 37 )

Erinnerungen verändern fortwährend ihre Gestalt oder kommen in anderen Gewändern daher. Wenn das nun alte Kind an der schmalen Stiege vorbeifährt, die vom Gehsteig neben der Straße steil zum Friedhof hinaufführt, ist es verwundert, wie kurz sie doch ist. Als das alte Kind jung war, lief es die Stiege hinauf und hinunter, fasziniert von ihrer schieren Unendlichkeit. Wenn es oben stand, sah es das untere Ende nicht, es war jedes Mal ein Abenteuer, in dieses dunkle Nichts hinunter zu laufen. Und wenn es unten stand, sah es so aus, als ob die Stiege in den Himmel hineinführen würde, denn von unten war nichts außer ein Busch und darübr der Himmel und ein paar Wolken zu sehen. Herzklopfend vor Aufregung lief es wieder und wieder hinauf und hinab.

Stiegen kommen in allen Erinnerungen vor, auch wenn sie verborgen hinter Spitzenvorhängen sind. Ein sehr merkwürdiger Raum taucht in den Erinnerungen auf seit vielen Jahrzehnten, wie alles zusammenhängt, darüber kann das Kind keine Auskunft geben, aber es hat Bilder im Kopf und diesen sonderbaren Geruch, der traurig machte, viel trauriger als der Anblick dieses Mädchens, das so weiß wie Porzellan war und blaue Lippen hatte, ganz leise sprach und schwer atmete. Es hatte kalte Hände, wie sein Vater, der daneben stand. Das Kind sollte mit dem Mädchen spielen, aber es wußte nicht wie. Und da war dieser Christbaum, der stand im Eck zu einer falschen Zeit und er war bedrohlich silbern mit langen Fäden behangen, die leicht zitterten, alles war silbern und vor den Fenstern hingen durchsichtige Vorhänge mit weißen, spitzigen Spitzen und dann war da dieser Nebel im Raum und dieser fremde Geruch … das Kind sah von den spitzigen Zacken und den vielen Falten der Vorhänge zum Baum mit den messerscharfen Silberbändern und durch den Nebel hindurch zu dem Vater des Mädchens, der es grad auf ein Sofa legte und dann ist das Kind weggelaufen hinaus aus dem Haus in ein anderes hinein und da war eine Stiege weit hinauf und auf der anderen Seite wieder hinunter.

Ein Leben lang hat das alte Kind diese sonderbare Stiege gesucht und nicht gefunden.
Die Stiege zum Friedhof hinauf ist es nie mehr gegangen, um das Kind in sich nicht zu enttäuschen.
Aber fremde Stiegen sind lebenslang Himmelsstiegen geblieben, über die das junge und das alte Kind gerne Hand in Hand hinaufsteigen, um zu sehen, wo sie oben hinführen …

Im österreichischen Waldviertel gibt es einen bewaldeten Hügel, da hinauf führt eine „Steinerne Stiege“. Niemand kann genau sagen, woher sie stammt, ob sie von der Hand der wilden Natur oder von Menschenhand vor undenklicher Zeit geformt wurde. Als wir vor Jahren  mit Hilfe eines ortsansässigen Heimatkundlers auf uralten Spuren unterwegs waren, sind wir auch zu dieser geheimnisvollen Stiege gekommen. Oben angelangt auf einer kleinen Lichtung, ein Stückerl weicher Waldboden … ein Ort des Friedens, ein Ort, an dem man ein Dankesgebet spricht und einfach nur selig ist vor Glück.

Vor ein paar Tagen bekam ich eine Mail vom Deutschen Literaturarchiv Marbach, sie wären auf meinen literarischen Blog aufmerksam geworden und ob ich damit einverstanden wäre, ihn einem speziellen Archivsystem zur Verfügung zu stellen.
Ich habe gar nicht weitergelesen, weil ich davon ausging, daß es eh nur Fake ist, warum sollte Marbach an meinem Blog interessiert sein. Bevor ich die Mail gelöscht habe rettete Herr Graugans in letzter Minute dieses Schreiben, indem er sagte: Und, Du hast doch hoffentlich Ja gesagt oder?

Also, so ganz trau ich mich ja immer noch nicht, es zu glauben, daß ich wohl tatsächlich mit meinem kleinen Blog im Literaturarchiv Marbach gespeichert sein könnte. Die Bezeichnung „Literarischer Blog“ ist schon ein wunderbares Kompliment. Ich bemühe mich selbstverständlich seit zehn Jahren  darum, literarisch zu schreiben, was immer das heißen mag, aber ob ich das tatsächlich manchmal zumindest erreiche, da habe ich noch immer große Zweifel.

Für viele Menschen ist das wahrscheinlich gar nichts Besonderes, für mich wäre es großes Glück, in Marbach archiviert zu sein.

An die liebe Kraulquappe schicke ich viele liebe Grüße!

 

Briefe an die nahe Ferne ( 36 )

„Wer bist du Ruhendes unter hohen Bäumen?“

Der Wind in der Nacht hat die Bäume bewegt und sie haben abgeschüttelt, was reif genug ist, um auf den Boden zu fallen. Die Straße verschwindet unter einem dichten Teppich aus Nüssen.

Die roten Äpfel liegen in mehreren Lagen in großen Flecken ausgebreitet im Gras. Die Wiese sieht aus, als würde sie bluten.

So viele Bäume, so viele Äpfel, Birnen, Nüsse, so viel Arbeit, so viel Himmel über allem.

Sie hat dem Kind damals viele Geschichten erzählt, eine davon handelte von ihrem Großvater. Er hatte eine Bäckerei, damals in diesem Dorf dort im Sudetenland. Er hatte eine riesige Ökonomie, er war sozusagen ein Großgrundbesitzer, mit Knechten und Mägden, und wenn sie den hundertsten Erntewagen abgeladen hatten, gab es ein Fest auf dem Hof.

Das Kind traute dieser Geschichte nicht, es hatte ein komisches Gefühl und glaubte der Mutter die hundert Erntewägen nicht.
Später, als das Kind viele Jahre beim Leben in die Lehre gegangen war, hat es erfahren, daß eine Geschichte wahr sein kann, auch wenn sie gelogen ist.

Eine Stelle aus dem Gedicht „Passion“ (zweite Fassung) von Georg Trakl, das mich schon seit vielen Jahren begleitet, schwebt mir  jetzt entgegen:

Wenn silbern Orpheus die Laute rührt,
Beklagend ein Totes im Abendgarten-
Wer bist du Ruhendes unter hohen Bäumen?
Es rauscht die Klage das herbstliche Rohr,
Der blaue Teich. …

Einen Lieblingsfilm sehe ich auf ARTE, den ich schon so oft angeschaut habe und trotzdem  immer wieder von seiner wundersamen herben Schönheit überwältigt bin: „Nebraska“. Ein alter gebrechlicher Mann zieht aus, um im fernen Nebraska sein Glück zu finden. Widerstrebend begleitet ihn sein Sohn. Sie finden es nicht, das angestrebte Glück und kommen wieder heim, so wie sie einst fortgegangen sind und doch ist alles, alles anders, auch das Glück.

Und dann sehe ich in der Nacht eine Doku über Thelonious Monk und Pannonia, eine Frau, die manch einen Musiker samt Familie vor dem Verhungern bewahrte…
ein wunderbarer Film über den Jazz und über diesen unglaublichen Thelonious Monk, der stets mit ausgestreckten Fingern das Klavier spielte, weil er dadurch die Töne zu seinen Tönen machte. Wer wie ich, seine Musik tief im Inneren glühen spürt, wird sich bestimmt über diesen kleinen großen Film freuen.

Ernte Dank.

 

Liebe Grüße an Frau Kraulquappe

Briefe an die nahe Ferne ( 35 )

Im chinesischen Lokal, das von einer einst zugewanderten, aber längst schon einheimischen Familie betrieben wird sitzen wir mit lieben Menschen um einen runden Tisch. Ich esse immer  „Acht Schätze“ und trinke Jasmintee dazu und schräg über mir an der Wand hängt ein wunderbar kitschiger Drache, der uns fröhlich zulacht. Wir unterhalten uns und teilen Sorgen um Befürchtungen, überlebte Krankheiten, düstere Prognosen aber auch das Lachen … immer wieder auch das Lachen und die Zuversicht. Die Freundin geht bald in eine Rehaklinik, unweit der sagenträchtigen Wirkungsstätte eines örtlichen Drachen mit Namen „Tatzelwurm“.

Ich erzähle nichts von dem Roman, in dessen Spannung ich so intensiv eingetaucht bin, daß man schon sagen könnte, daß mich diese Parallelwelt mit Haut und Haar eingesaugt hat und mich irgendwann nach 826 Seiten wieder ausspucken wird: „Der Historiker“ von Elizabeth Kostova, viele Jahre ist es her, daß mich ein Buch dermaßen verschlungen hat. Es kreist um einen, dessen Name übersetzt bedeutet: Sohn des Drachens, weil sein Vater dem Drachenorden angehörte. Es handelt sich um einen walachischen Herrscher, der sein Reich gegen die Osmanen verteidigt hat und mit grausiger Brutalität seine Feinde abschlachten ließ und der später Bram Stoker literarisch großen Ruhm einbrachte. Ich werde hier gar nichts verraten, bin grade bei der Hälfte und frage mich, wie die Schriftstellerin aus diesem Roman wieder herausfindet und zu welchen Antworten auf die immer drängenderen Fragen sie kommen wird.

Das Ganze ist eigentlich ein Buch über das Erzählen und wo man hingeraten kann, wenn man neugierig immer weiter in uralte Geschichten eintaucht und droht, sich darin zu verlieren, weil sie womöglich nach Dir greifen und Dich packen.  Eine Reise ist es durch die Jahrhunderte, sie geht kreuz und quer durch Europa und wechselt andauernd die Ebenen. Eine Vater-Tochtergeschichte mit verschwundener Mutter, Menschen stehen in Verbindung und verlieren sich, suchen und suchen und begegnen untoten Wiedergängern  und dem sogenannten Bösen, aber was ist das eigentlich?

Wer oder was ist denn dieser Fürst der Finsternis.  und … gibt es Geschichten, die man lieber nicht erzählen sollte?

Als ich nach der alten Kittlin, der Märchenerzählerin meiner Jugend fragte, bekam ich sofort zur Antwort, daß sie am gleichen Tag Geburtstag hatte wie der Fürst der Finsternis aus Braunau im Dritten Reich und wie wichtig das für sie war. Bin mir nicht mehr so sicher, ob ich noch recht viel mehr ihrer Geschichten erfahren möchte.

So schön das Geschichtenerzählen auch sein mag, es kriecht auch mancherlei Gewürm aus dem Bauch der Jahrhunderte, und man bekommt es mit Wiedergängern zu tun und mit Blutsaugern, da ist nichts mehr romantisch. Wer sich auf Geschichten einläßt, muß immer mit allem rechnen.

Ich bin dem Roman total verfallen und es ist mir, als käme dieses Kind in mir, das in vielen Schichten inzwischen mit einer alten Frau umwickelt ist, wieder zum Vorschein und würde sich an seinen geheimen Ort zurückziehen, verborgen und unauffindbar und verschwinden nach Istanbul, Siebenbürgen, Budapest und in dieses seltsame Kloster auf dem Felsen in Südfrankreich …“die wahren Abenteuer sind im Kopf und sind sie nicht in deinem Kopf, dann sind sie nirgendwo“ … hat der Heller vor vielen Jahren gesungen, wie recht er doch hat.

 

Der lieben Kraulquappe schick ich liebste Grüße aus der fernen transsylvanischen Nähe mit dem Hinweis: solltest Du irgendwo in geheimnisvollen Tiefen Deiner Bücherregale ein Buch finden, daß sich irgendwie selber aufschlägt in der Mitte und einen doppelseitigen Drachen zeigt und das Buch ansonsten leer ist und merkwürdig riecht, verbrenn es sofort und leg Knoblauch aus und halte ein diesbezügliches „Besteck“ bereit und trag es immer bei Dir!

Briefe an die nahe Ferne ( 34 )

Die alten gußeisernen Grabkreuze, die heute noch bei uns im ehemaligen Eisenkammerl herumlehnen, würden aus der ehemaligen Eisengießerei ganz in der Nähe stammen, sagte mein Vater. Ich habe keine Ahnung, wie sie den Weg zu uns gefunden haben. Sie stehen da und werden nicht  mehr gebraucht, wer wollte schon heute noch so ein altmodisches Kreuz auf dem Grab stehen haben. Das Eisen wurde im Bergwerk abgebaut und verarbeitet. Ich erinnere mich sofort an das, was mein Vater, der Kunstschmied, auf meine unbedachte Bemerkung sagte, daß das Eisen kalt sei. So ein Schwachsinn, hat er da gesagt, das Eisen ist doch nicht kalt, es kommt aus dem Bauch der Erde … ja, er hat es geliebt und ich höre heute noch dieses Hämmern auf dem Amboß, wenn er es glühend formte zu wunderschönen Spiralen, Vögeln, Blütenblättern … der Klang war silberhell bis dunkel, je nachdem, wo er seinen Hammer tanzen ließ. Frisch und rotglühend aus der Esse war es weich wie Brotteig.

Heute war im Bergwerkmuseum ein sogenanntes Erzählcafé mit selbstgebackenem Kuchen und ca 20 Leuten, die was zum Erzählen hatten oder einfach nur zuhören wollten. Der nüchterne Konferenzraum, in dem wir alle an dieser für sowas üblichen Tischformation saßen, war nicht gerade einladend und so begann alles ziemlich schleppend, niemand wusste so recht, wie man zum Reden kommen könnte. Ich fragte dann einfach mal in die mir unbekannte Runde, ob denn jemand was weiß über die alte Kittlin, die uns vor ca. 60 Jahren immer die vielen grusligen Märchengeschichten erzählt hat. Und da meldete sich sofort deren ehemaliger Nachbar und ich erfuhr viel viel mehr, als ich mir zu wünschen getraut hätte über die Frau und ihre Geschichten und auch noch, wo ihr Grab ist. Und da es noch unglaublich viel weiteres Geschichtenmaterial gibt, werden wir uns treffen und er wird mir erzählen und ich werde aufschreiben. Und nachdem der Bann gebrochen war, explodierte das Erzählen förmlich, so, als ob Schleußen sich geöffnet hätten und es tauchten Geschichten auf um diese, heute zum größten Teil zugeschütteten Stollen, mysteriös und kaum zu glauben und jetzt bin ich abgefüllt mit Geschichten und das ist erst der Anfang, es wird weitere Treffen geben. Und es ist von der großen Überschwemmung des Tales die Rede, bei der säckeweise Munition und Kriegsgerät angeschwemmt wurde und es ist auch die Rede von einem gewissen Zimmer aus Bernstein. Meine Güte, was mach ich mit all diesen Geschichten … ich hab gesagt, sie sollen erzählen, ich wäre eine Geschichtensammlerin, ja, und jetzt erzählen sie.

Ich hätte nicht gedacht, daß es so einfach sein würde, aber es geht nur darum, ein Feuer anzuzünden, wenn es brennt, dann entsteht dieses Klima, in dem der Erzählfaden gesponnen und weitergereicht wird, dann muß man bloß dafür sorgen, daß diejenigen, die sich nicht trauen, auch zu Wort kommen. Ja, und dann wird erzählt und erzählt von drei Buben, ca. elf Jahre alt, einer von ihnen lebt noch, die sind in lange schon stillgelegte Schächte gestiegen und einmal haben sie Männern geholfen, es ging darum, große geheimnisvolle Kisten hineinzuschaffen ins Dunkel des Berges, einer von ihnen hat die Karbitlampe gehalten zum Ausleuchten, später hat er sein Leben lang geforscht, das Rätsel dieser Kisten und vor allem ihren Verbleib zu ergründen.

Einer erzählt von dem Haus, das eines Tages in einen der tiefen Stollen gerutscht ist  … alles war weg, nur der Apfelbaum, der an der Hauswand hing, blieb stehen, allein … ohne seine Wand … ohne sein Haus … seine Äpfel haben die Kinder geklaut.

So viele ganz normale ältere unscheinbare Leute sind dagesessen und plötzlich waren da Abenteurer, Weltenbummler und Buben, die verbotene Dinge sehen und in verbotenen Stollen unterirdische Wasserfälle entdecken  und immer wieder sagt wer: ich könnt Euch noch Sachen erzählen … oder: da war dann dieser SS Mann, der ist auf einmal sehr reich geworden … aber darüber spreche ich nicht …ich  aber glaube, ich muß mich mit ihm nur irgendwo irgendwann hinsetzen und ihm den Faden reichen …

Ich bin abgefüllt mit Geschichten, irgendwann werde ich sie aufschreiben müssen und über Menschen und ihre Orte und die Wege dahin berichten. Aber jetzt werden wir mal Mitglieder im Verein „Eisenreich“, wir wurden schon heftig angeworben und ich freu mich drauf, öfters in diesem wunderbaren alten Haus mit den gußeisernen Stiegengeländern herumzugehen und hinterm Haus in die alten Stollen hineinzuschauen, vor allem dort, wo einer der Erzähler was entdeckt hat, was mich interessieren könnte … er hat gut geraten, geheimnisvolle Orte und ihre Geschichten sind mein Metier.

Glückauf!

Viele Grüße an die liebe Kraulquappe mitten drin in der Runde der philosophischen Geschichtenerzähler!

Briefe an die nahe Ferne ( 33 )

Das, was jetzt von ihm übrigbleibt, ist im Höchstfall eine tragische Figur, schuld an einer Sauerei, die er begangen hat.  Bevor er alles zugegeben hat und jetzt auf den Prozess und auf seine Strafe wartet, war er ein hochtalentierter Musiker und einer der besten Kabarettisten Österreichs: Günther Paal, alias „Gunkl“. Viel wird geschimpft, verurteilt, mit Haß übergossen, jetzt meint die Meute, entdeckt zu haben, daß in ihm ein Monster steckt, das man hetzen muß.

Ob er selbst die Initiative ergriffen hat oder ob alles von vorneherein ein abgekartetes dreckiges Spiel war, um viel Geld aus ihm herauszupressen, ist noch unbekannt und auch ziemlich egal, seine Schuld wird durch nichts gemindert, auch dadurch nicht, daß zwei angeblich betrunkene Frauen womöglich dabei zugesehen haben, wie er sich am Kind der einen und Enkelkind der anderen vergangen hat.

Es sind jetzt viele Fragen und große Enttäuschung über einen, von dem man niemals vermutet hätte, daß er solche grausigen Abgründe in sich trägt, aber was wissen wir schon voneinander und manche wissen ja nicht mal von sich selbst, welche abartige Gier in ihnen schlummert. Es wird jetzt eine Zeitlang, da wieder mal ein Prominenter in seinen eigenen Abgrund gestürzt ist, weil er seiner Gier nicht widerstehen konnte, viel geschrieben und nach Maßnahmen geschrien.

Ich bin auch ratlos und verstört und frage mich wie schon so oft in all den Jahren meiner Sozialarbeit, was dazu führt, daß Mütter ihre Kinder nicht beschützen, sondern sie an Männergier ausliefern und nicht selten dabei zusehen oder Handlangerdienste verüben. Daß Frauen dazu bereit sind  … die Erklärung ist oft in den Elendbiografien der Frauen zu finden, die unweigerlich in die Prostitution führen  und sich wiederholen im Schicksal der Kinder.

Das kleine Mädchen, das einzige Wesen, das unschuldig ist und geopfert wurde in  diesem ganzen jämmerlichen Vorfall wird jetzt hoffentlich in Ruhe gelassen und beschützt untergebracht. Es wird aus dieser Schweinerei, die womöglich nicht zum ersten Mal an ihm begangen wurde mit der Erfahrung, daß sein Körper, vor allem sein Unterleib, eine Ware ist, per Bezahlung jederzeit konsumierbar, ins Leben entlassen. Und es wird die Schuld der anderen mit sich herumtragen und sich schämen.

Heute ist mir wieder eingefallen, daß meine Eltern mal einen Bekannten hatten, der öfters bei uns auftauchte mit seiner kleinen Tochter. Wir waren etwa gleichalte Kinder. Manchmal wurde ich mit diesen beiden stundenlang alleine gelassen, und das hat mir gar nicht gut gefallen. Der Mann verlangte von seinr Tochter und von mir, daß wir ihn beim Vornamen nennen. Er mochte es nicht, wenn seine Tochter Papa zu ihm sagte. Er erzählte grausige Geschichten, von denen ich viele Jahre Alpträume hatte, es ging um Erlebnisse mit dem Teufel und wie man ihn zu Gesicht bekommt und wie man am geschicktesten mit dem Auto ein Kaninchen überfährt. Ich spürte, daß von diesem Mann nichts Gutes ausging und vermied seine Nähe. Mir hat auch nicht gefallen, wie er seine kleine Tochter auf den Schoß zog, ich wußte nur, daß etwas komisch war, konnte es aber nicht benennen. Heute weiß ich, ich habe die Gefahr erkannt. Gottseidank verschwand er eines Tages wieder, aber Angstträume sind lange geblieben und ein Leben lang denke ich mit Widerwillen daran zurück.

Gestern Abend waren wir im Salzburger Literaturhaus, Michael Köhlmeier las aus seinem neuen Buch vor: Mein privates Glück. Das Buch ist erschienen nach dem Tod seiner Frau Monika Helfer, beide große Schreibende und gemeinsam Denkende und Lebende.  Oft ist ihr Name am Abend gefallen, auch als es um die Bilder ringsherum in seiner Ausstellung „Dämonen“ ging. Er ist nicht nur ein großer Schriftsteller, leidenschaftlicher Musiker, sondern auch Maler und ich bin in seine Bilder hineingeschlüpft und war berührt von den geheimnisvollen Welten, die er erschaffen hat und sein Gedanke, daß Dämonen keineswegs immer schlecht sein müssen und uns schädigen wollen geht mir nicht aus dem Kopf. Es sind mehrere extrem interessante Sätze gefallen, vor allem zur Arbeit an der eigenen Biografie, wie wurde ich zu dem, der ich jetzt bin … ich habe mir für die schwierige Arbeit am Wurzelbuch gemerkt, daß ein freies Laufenlassen des Erzählens an Erinnerungen entlang eine Art Lösung für die Probleme in meiner Arbeit sein könnte.
Das Gespräch zwischen ihm und Konrad Paul Liessmann, dem Philosophen, zwischen zwei klugen hochbegabten Denkern, die sich im gescheiten Diskurs und beim beidseitigen Monologisieren, redegewandt und liebevoll die Bälle zuwarfen und die Gedanken des anderen aufgreifend und weiterführend unterhielten … meine Güte, ein Gespräch auf diesem allerhöchsten Niveau, was für ein Vergnügen, zuzuhören.  Der Abend war großartig  und wundervoll gestaltet auch in der Traurigkeit um Monika Helfer. Ich mag Lesungen nicht besonders und Vernissagen schon überhaupt nicht und gehe nur in Ausstellungen, wenn es sich wie hier, nicht vermeiden läßt, weil ich sowohl Köhlmeier, Liessmann und nicht zu vergessen, das wundervolle Literaturhaus so sehr schätze. Es war bis auf den letzten Winkel vollgestopft mit Menschen, denen es wohl auch so ging, und wir alle hätten sicher noch stundenlang zugehört, wenn Köhlmeier nicht aufgehört hätte zu lesen. Er war blaß und sichtlich erschöpft und obwohl er sehr gefasst schien, die ganz große Traurigkeit über den Tod der geliebten Frau, die mit ihm durchs Leben gegangen war … wie sollte sie keine Spuren hinterlassen haben.

Am Schluß dieses Briefes möchte ich was sagen, was sehr schwierig zu sagen ist, aber trotzalledem werd ich es zumindest versuchen:
ich bin froh, daß Günther Paal sich gestellt hat, warum auch immer, das ist mir egal, und es verringert seine Schuld in keinster Weise.  Aber dadurch wird vielleicht (hoffentlich!) verhindert, daß das Mädchen und sein Bruder zukünftig weiteren Schweinereien ausgesetzt sind.
Und … mir tun Menschen leid, die im entscheidenden Augenblick die Kontrolle über sich verlieren, etwas tun, was sie selbst verabscheuen und in einen Abgrund stürzen, der über ihnen zusammenschlägt und sie gänzlich verschlingt. Und Frauen, deren abgrundtiefes Elend dazu führt, daß sie ihre Kinder verkaufen.

Sie sollen alle vor dem Gesetz verurteilt werden, egal wie hoch die Strafe ausfällt, man kann sie aussitzen oder abbezahlen, die innere Strafe des Gewissens ist es, mit der sie weiterleben müssen.

Liebe Kraulquappe, es ist mir schwer gefallen, über diese Dinge zu schreiben, wir werden doch alle von Dämonen begleitet und ganz oft sind es nicht mal unsere eigenen, gell! Ja, und es ist leicht, zu sagen: Tanz mit ihnen, ich weiß das nur zu gut, aber es ist zumindest immer einen Versuch wert! Sei lieb gegrüßt aus Apfel-Birnen-Zwetschgenland!

Briefe an die nahe Ferne ( 32 )

Jetzt ist die Zeit, in der man sogenannte Übergangsjacken anzieht, das alte Haus tut sich schwer mit diesem Zustand zwischen heiß und kalt, es knackt und murmelt vor sich hin und sieht den wispernden Geistern zu, wie sie zwischen Erdgeschoß und Dachboden umherhuschen. In Gesprächen ist es mir zur Zeit lieber, wenn nicht politisiert wird, denn niemand weiß, wohin uns derzeitige Übergänge führen, aber alle befürchten auf allen Seiten stets das Allerschlimmste und immer geht es darum, das irgendwer über irgendjemand schimpft und die Schuld auf irgendwen schiebt, denn irgendwer scheint immer schuld zu sein. Aus den Jahren der Mitarbeit an dem Projekt einer basischdemokratisch gestalteten Jugendwohngruppe bin ich schon allein durch die Erfahrung des wöchentlich gemeinsam erstellten Speiseplans geläutert und sehr viel klüger, was Demokratie wirklich bedeutet, hervorgegangen. Es war eine heilpädagogische Gruppe von neun Jugendlichen zwischen 14 und 17 Jahren und wenn einer partout nur Wurstbrote wollte, konnte er jederzeit das Gemeinschaftsergebnis Pfannkuchen über den Haufen werfen und nur durch ein Nein alles blockieren und die Hauskonferenz in ungeahnte Längen ziehen. Ich erspare mir weitere Details, kann nur sagen, die Nerven lagen blank. Trotzdem war es eine unglaublich lehrreiche Erfahrung für alle und wenn ich die heute Fünfzigjährigen treffe, ist diese Erfahrung immer Thema.

Die Bemerkung, die Arbeit mit Jugendlichen sei ja wohl ganz was anderes als die „große“ Politik in einem riesigen Land würde ich verneinen, das Wesen der Menschen ist doch überall gleich, egal ob alt oder jung, wir wollen doch alle, daß es uns gut geht und daß wir in Sicherheit leben können. Demokratie ist aber eine schier unmöglich zu bewältigende Staatsform und muß täglich von Neuem erschaffen werden und das erfordert Mühsal und Konfliktbereitschaft und diese permanente Streiterei macht müde und führt ständig in neue Krisen, die bedrohlich wirken, aber auch Lösungen bringen können, wenn man die Herausforderung annimmt. Ja, und dann gibt es natürlich immer die, die schnelle Lösungen anbieten , die sie aus dem Ärmel schütteln … wir wissen alle, wohin uns das bringt … ich aber gebe nicht meine Zuversicht auf und ich bleibe bis ans Ende meiner Tage eine glühende Demokratin, trotzig und gegen alle Widerstände.

Die Bäume lassen schon jetzt immer mehr Früchte fallen und wir werden sie bald häckseln, pressen und als Most ansetzen. Ein Teil davon wird sich später zu wunderbarem Apfelessig verwandeln. In den Falläpfeln haben sich heuer ziemlich viele Bewohner Etagenwohnungen gebaut, zu deren verwinkeltem Höhlensystem ausgeklügelte Geheimgänge führen, von außen sieht man den Äpfeln nichts an, die Eingänge sind verborgen.

Da wir in diesem vernichtend heißen Sommer das Gras nicht gemäht haben zum Hitzeschutz der Bäume, haben sich auch im Boden, weil ungestört, alle möglichen Insekten, Erdbienen etc ihre Wohnungen gebaut, man sieht es an den vielen kleinen Löchern, die in das Erdreich führen. Auch die Nüsse fallen schon ab, viel zu früh. Es sind so unglaublich viele, daß wir überlegen, wenn erschwinglich, eine kleine Ölpresse anzuschaffen, eigenes Walnußöl wäre ein Traum.

Es gibt in diesem Jahr leider fast keine Wespen, keine Hornissen, wenig Fliegen und Gottseidank keine Motten bisher. Die Rosen blühen zum zweiten Mal, es ist kühl und heute stand am Waldrand eine senkrechte Nebelsäule. Bald wird er wieder das Tal überfluten und dann gehe ich auf dem Meeresboden im Nebelmeer spazieren.

Es hat ein paar Tage geregnet, aber alle Bäche sind nach wie vor ausgetrocknet, kein Tropfen Wasser fließt in ihnen, kein munteres Plätschern, kein Wassergesang.

Die Spinnen haben derzeit viel zu tun, um die zauberhaften Gespinste weiterzubauen, die sich über alles ziehen und alles einbeziehen, auch uns, würden wir nicht ständig auf der Hut sein. Nach monatelanger Igellosigkeit ist jetzt wieder einer aufgetaucht, er macht einen Bogen um alles Schneckengetier und geht strackstepede zum Katzenteller, den schiebt er dann herum, klirrend und wirft natürlich wie immer, die Wasserschüssel mit der Schnauze um und selbstverständlich kackt er, wo er geht und steht und frißt … als Urwelttier lebt er halt auch die Urform diesbezüglicher Norm.

Am Abend kommt die kleine Fledermaus und fliegt ein paar Kreise um mich herum. Und da fällt mir ein Buch ein, das ich grad lese und das ein richtiger Schmöker ist, wie wir früher die Bücher nannten, in denen alle Familienmitglieder förmlich verschwanden in den geheimnisvollen Geschichten zwischen Buchdeckeln und mit glasigen Augen und ein wenig traurig wieder herauskrochen am Ende und seufzend das Buch zuklappten.

„Der Historiker“ von Elisabeth Kostova
Es geht um alte Briefe und Nachforschungen in geheimen Archiven und es scheint eine Spur zu Graf Dracula zu geben, aber ich bin erst am Anfang…

Auf den ersten Seiten steht ein einfacher Satz, der mich sofort sehnsüchtig macht und in die Geschichte hineinzieht:

„Die Bibliothek meines Vaters war wahrscheinlich einmal ein Wohnzimmer gewesen, das er jedoch nur zum Lesen benutzte und in seinen Augen war eine große Bibliothek wichtiger als ein großes Wohnzimmer.“ (Elisabeth Kostova)

Ja … mir auch.

Viele liebe Grüße aus der fernen Nähe an die Kraulquappe in die Wiesenstadt!

 

Briefe an die nahe Ferne ( 31 )

Am Grab gieße ich die fleißigen Lieserln und bring es nicht übers Herz, die wild wuchernden kleinblütigen  Weidenröslein auszureißen, sie gelten in der Volksmedizin als sehr starkes Heilkraut bei Prostatabeschwerden. Das sagte zumindest Maria Treben, die Kräuterkundige. Maria Treben, die wissende Alte sagte auch immer wieder, daß Kräuter da wachsen, wo sie gebraucht werden. Hier wachsen sie nur deshalb aus dem Tod heraus, weil das Leben dazu da ist es zu leben.  Brauchen tut sie hier im Gottesacker niemand mehr, die Altvorderen im Grab sind befreit von aller irdischen Mühsal.

Beim Heimfahren seh ich vor mir am Feldweg glitzernde Steine  … das ist das Glück, denke ich, es liegt wie glänzendes Gold immer vor uns, wenn wir es nicht sehen, liegt es nur daran, daß wir nicht hinschauen.

Im Wald sehe ich den abgebrochenen Stamm heute als König mit gezackter Krone und einem Stab in der Hand und an seiner linken Seite sitzt deutlich erkennbar eine Löwin und schmiegt liebevoll ihren Kopf an sein Bein, wie Katzen es halt so machen.

Ein Greifvogel läßt sich mit ausgebreiteten Schwingen von der Luft tragen in einer göttlichen Schwerelosigkeit, es treibt mir die Tränen in die Augen vor Glück, ihm zusehen zu dürfen beim Schweben im grenzenlosen Sein … und es fällt mir wieder ein, daß ich schon mal auf einem Adler gesessen bin, der mich über das bewaldete Tal unter mir am Rücken getragen hat, ich spüre noch die Federn an seinem Hals und rieche diesen speziellen Geruch seines Gefieders. Es war eine Art Traumgeschichte, erlebt an einer Stelle neben einer Höhle am Fuß eines Felsens, dort wo die Sage erzählt von drei Fräulein, die hier vor langer Zeit gelebt haben  sollen … ich habe mich auf einen kleinen Felsvorsprung gesetzt und dann wurde es immer leiser in mir und als ich die Augen wieder geöffnet habe, wußte ich, wohin ich mit ihm, dem König der Lüfte geflogen bin und bedankte mich bei ihm. Im Weggehen hab ich mich nochmal umgedreht und der Felsen sah aus wie ein Adlerkopf … ja, ich spüre heute noch die Federn an seinem Hals.

Am Himmel über den Apfelbäumen segelt eine Wolke, die immer länger wird und dann schaut sie plötzlich für kurze Zeit aus wie eine riesige Gestalt, ein kräftiger Kerl mit breiten Schultern zieht über mir nach Osten, dahin, wo es einige Dörfer gibt, die seinen Namen tragen: Abfalter, der Riese. Es gibt im Berchtesgadener Land mehrere Sagen von ihm und wir können uns aussuchen, welche Variante uns grad gefällt oder gleich was dazu erfinden. Mir gefällt am besten die Geschichte von seiner riesigen Liebe zum Riesenfräulein Adhara, die wohl, wie der Name schon sagt, so wahnsinnig schön war, daß ihr Leuchten dem hellen Stern im Sternbild vom Großen Hund gleichkam. Der Abfalter hat sie auf seine starken Arme genommen und über die Salzach getragen … was vorher und nachher so alles passierte, kann irgendwo am Feuer oder in der Stube weitererzählt, weitergesponnen werden …

Es gibt auch Decodierungsversuche von diesen alten Geschichten, aber da besteht meiner  Meinung nach immer die Gefahr, daß mit Seziermessern an den Rätseln, Geheimnissen und auch der Poesie so lange herumgeschnitten wird, daß vor lauter Deutung die Geschichte verlorengeht .

Als ich daheim auf die blutrot leuchtenden Hagebutten schaue, fällt mir die Geschichte vom Hagebuttenweiblein wieder ein wie jedes Jahr zu dieser Zeit. Eigentlich ist es ja keine  Geschichte, sondern nur eine Erinnerung und ich hab sie in all den Blogjahren schon öfters erwähnt. Wenn ich manche Geschichten immer wieder erzähle, berufe ich mich auf die Erzähltradition nicht nur meiner Familie, wo in der Stube durch die Generationen immer wieder die gleichen Geschichten weitergereicht wurden, aber je nach Talent und Fabulierkunst immer ein wenig verändert, dazugedichtet oder abgewandelt und auch je nach Talent dazugelogen wurde wie es das Zeug hielt und das Geheimnis guter Geschichten ist, daß sie immer besser werden, je öfter man sie erzählt.

Das Hagebuttenweiblein kam jedes Jahr frühmorgens mit dem Fahrrad aus der Kreisstadt, 25 km hin und zurück angefahren. Der große Rucksack und viele Taschen und Stoffbeutel waren leer, wenn sie ankam. Dann stellte sie ihr Fahrrad, das eigentlich viel zu groß für sie war irgendwo ab und stieg den steilen Hügel hinauf bis dorthin, wo die vielen dornigen Wildrosensträucher wuchsen und dort blieb sie den ganzen Tag. Wir wollten sie als Kinder oft besuchen, aber nie haben wir sie gefunden, sie verschwand in den Büschen und wurde unsichtbar … so, als wäre sie eine von ihnen … Am  späten Nachmittag kam sie wieder herunter, schwer beladen mit Hagebutten und verstaute sie auf dem Rücken, am Fahrradlenker und auf dem Gepäckträger. Ihr Rad hatte natürlich keine Gangschaltung, es ist mir bis heute ein Rätsel, wie sie den Rückweg in die Kreisstadt überhaupt geschafft hat, denn auf ihrer Heimfahrt ging es ja fast nur bergauf.
Ich kann mich so gut an dieses verhutzelte Gesicht mit den kleinen dunklen Augen und einem immer lächelnden Mund erinnern und an diesen winzigen und schmächtigen Körper. Auf die Frage, was sie denn mit so vielen Hagebutten anfangen würde, denn sie kam ja mehrmals, sagte sie nur, daß sie Hagebuttenwein ansetzt, da müssten in einer gewissen Zeit in einer gewissen Reihenfolge die Hagebutten im Ballon auf- und wieder absteigen, dann wäre er fertig. Mehr hat sie nicht gesagt, denn sie sprang aufs Rad und war verschwunden. Wer schon mal „in den Hagebutten“ war, weiß, wie scharf die Dornen sind, die durch alle Handschuhe hindurch stechen. Beim Hagebuttenweiblein war nie auch nur ein Kratzer zu sehen, kein Blutstropfen in Gesicht oder an den Armen. Sie trug nie Handschuhe … da fällt mir ein, daß ich sie deshalb mal gefragt habe, wie sie das schaffen konnte bei diesen Mengen. Da hat etwas in ihren Augen aufgeleuchtet und sie sagte:
„Die kommen ja freiwillig zu mir, da stechen sie nicht.“

Und als ich auf der Hausbank sitze, fährt hupend und winkend unser Freund, der Punkte – Paul vorbei auf  einem seiner alten Motorräder, auf dem Kopf einen roten Sturzhelm mit weißen Punkten. Der Pauli ist ein Schrauber, wie man so sagt von einem, der mit größter Leidenschaft und Können immer gleichzeitig mehrere Oldtimer herrichtet. Er verteilt kleine Marienkäfer, als Glücksbringer , er ist ein sehr liebenswürdiger Mensch und er hat vor vielen Jahren von jemandem die Punkte in sein Leben übernommen. Aber das ist eine andere Geschichte und muß wann anders erzählt werden.

 

 

Liebe Grüße an die Kraulquappe in der Stadt, die bald so wunderbar nach gebrannten Mandeln riecht und das Orchestrion spielt und beim Schichtl die Hinrichtung täglich zelebriert wird…

Briefe an die nahe Ferne ( 30 )

 

Es klopft an der Haustür, so wie man halt mit einem eisernen Türklopfer umgehen sollte. Manche Leute hauen so drauf, daß man Angst haben muß, die Türe bricht auseinander, oder so leise, daß man nichts hört. Und manche wissen überhaupt nicht, wie sie damit umgehen sollen und offenbar auch rätselhafterweise nicht, daß hier eine Haustüre existiert, sie rennen ums Haus und rufen Hallo? Auf die reagiere ich, indem ich hinausrufe: Hier wohnt kein Hallo!

Diesmal steht einer draußen , ein wenig verschämt und sagt Servus, jetzt hab ich mir gedacht, heute fahr ich rauf und besuch Dich!

Mein Cousin, den ich Jahre, oder sind es schon Jahrzehnte, nicht mehr gesehen habe. Es ist die Distanz in unserer Familie so groß und es herrscht so wenig Interesse aneinander, daß wir, obwohl nur wenige Kilometer zwischen den Wohnorten liegen, die immer ferner werdende Nähe offenbar nicht mehr überbrücken wollen.  Warum auch immer.
An ihn habe ich in letzter Zeit oft gedacht, vor allem bei der Arbeit am „Wurzelbuch“, aber ich habe mich nicht getraut, einfach hinzufahren. Aber jetzt ist er plötzlich da und wir sitzen in der Stube und erzählen und erzählen alte und neue Geschichten, wir wissen beide, daß es Leichen gibt in unserer Familie  und reden sofort über über den Keller, in dem sie sich angesammelt haben.
Und als er wieder geht, fällt mir auf, daß wir stundenlang geredet haben ohne Essen und Trinken, nur reden und zuhören und sich wahnsinnig freuen, sich wieder begegnet zu sein.

Wir werden bestimmt bald wieder zusammenkommen, der Faden ist wieder verknüpft und wir werden sehr sorgsam sein und aufpassen, daß er nicht wieder abreißt.

 

Zur Zeit gibt es mancherorts ein „Erzählcafe“, geschaffen von Leuten, die versuchen, aus den Menschen bei Kaffee und Kuchen vor allem aus den noch lebenden Alten Geschichten herauszulocken, die ansonsten unrettbar verlorengehen. Besser wie nichts, denke ich, aber ob so eine künstlich erschaffene Situation  zum vertraulichen Ort werden kann, wo die Geschichten herumgehen, wo der Faden von Hand zu Hand weitergereicht wird … ist fraglich. Es ist das Geschichtenerzählen eine sehr eigene Sache und hat in unserer Welt, in der es ums schnelle Konsumieren geht, um die sofortige Befriedigung aller Arten von Gier, keine Möglichkeit, stattzufinden. Es gibt unzählige Workshops, in denen man das Erzählen lernen kann und wie man die Geschichten am effektivsten vermittelt. Es ist das alles ein weites Feld, in dem man sich ganz leicht verlieren kann, weil es da halt auch wie überall in dem grenzenlosen Warenangebot unserer Wohlstandskonsumwelt alles gibt, was man sich nur wünschen kann. Es gibt unendlich viele Bücher voll von Geschichten, die könnte man sich zumindest, wenn man sich denn Zeit nähme, gegenseitig vorlesen, dazu müssten aber Handys entfernt werden. Geplante Vorlesestunden habe ich öfters schon versucht, bin aber gescheitert.

Im Nachdenken über die Kunst des Geschichtenerzählens komme ich zu dem Schluß, daß es gar keine Kunst ist, sondern aus der Langeweile entstanden ist und einfach selbstverständlich dazu diente, sich an den Abenden zu unterhalten. Wir haben als Kinder die Alten so lang gebettelt: Bittebitte erzähl mir eine Geschichte … was soll ich denn erzählen? … die vom schwarzen Mann an dem Kreuzweg … oder die von der weißen Frau in der Burg … die Oma oder sonstwer hat dann sich lang betteln lassen und endlich erzählt, Geschichten zum Gruseln von ganz früher usw usw. Es wurde natürlich gelogen, daß sich die Balken bogen und oft war ein ziemlicher Schmarrn dabei, aber da hat man sich dann an die Oma gekuschelt bei den grusligen Geschichten. Mein Vater hat mit Vorliebe Frauen vom Basilisken in unserem Keller erzählt und was weiß ich alles.

Entstanden sind die alten Geschichten meist in der Umgebung, in der man daheim war und wenn man heute nach ihnen sucht, findet man sie auch am ehesten dort, wo man aufgewachsen ist und man die noch verbliebenen Alten befragen kann. Ich mach das schon seit Jahren und habe von alten Nachbarinnen ein paar sehr geheimnisvolle Geschichten erfahren. Und wenn man sie erzählt bekommt, muß man sie unbedingt weitererzählen. Aber das ist alles extrem mühsam geworden. Wo bitte sitzen Menschen einfach so ohne Zeitreglement zusammen, wo kommen Nachbarn einfach so zusammen, wo können Kinder einfach so egal wann zur Oma gehen, Pfannkuchen essen und Geschichten hören, wo sitzen Leute vorm Haus und plaudern bis es dunkel wird und irgendwer fängt ein Lied an und dann singen alle …

Es gibt ja eine ganz ausgeprägte Eventkultur und wenn man Geschichten möchte, dann gibt es sie auf Knopfdruck auf blauschimmernden Bildschirmen jeglicher Größe. Wir haben keine Chance mehr auf Langeweile, auch Kinder haben so volle Terminkalender, da bleibt keine Zeit mehr zum Erzählen. Ich habe im Lauf der Jahre  immer wieder auf allen möglichen Wegen versucht, Menschen der nächsten Umgebung zusammenzubringen, letztendlich bin ich gescheitert.

Mit großer Traurigkeit befürchte ich, daß dieser natürliche und selbstverständliche Raum zum Erzählen der Geschichten unwiderbringlich verloren ist und man kann ihn nicht künstlich zurückholen. Die Welt dieses gemeinsamen Erzählens oder überhaupt des ungezwungenen Zusammenkommens ist untergegangen.

„People talking without speaking
people hearing without listening…“

Eine Miliion Grüße aus der fernen Nähe an die liebe Kraulquappe!

 

 

Briefe an die nahe Ferne ( 29 )

Da ihm die ursprüngliche Fassung der Madonna viel zu lieblich-kitschig erschien hat sie mein Vater mit viel Beize und Seifenlauge bearbeitet und alle Farbe heruntergewaschen. Leider kam dann ein Kreidegrund zum Vorschein und alle, die schon mal versucht haben, ihn von einer Figur zu entfernen, wissen, was das für eine Arbeit ist und in kleinen Ritzen bleibt immer was zurück. Irgendwann stand sie da, die Muttergottes, mit ihrem abgeschrubbten Leib aus Lindenholz und wurde eingebaut in die Stiegensäule. Da steht sie noch heute und hält ihr zartes, eher ernstes Gesicht und ihre gefalteten Hände über uns und alle, die hier ein- und ausgehen, unsere Hausmadonna. Sie ist künstlerisch wahrscheinlich nicht besonders wertvoll, sie hat weder Heiligenschein noch sonstigen heiligen Nimbus, der besonders auffallen würde. Die Spinnen lieben sie und lassen ihre weichen Netze über ihre Gestalt gleiten. In manch einem Jahr habe ich ihr ein kleines Büschel heiliger Kräutlein über die gefalteten Händ gehängt am Hohen Frauentag. Heuer nicht, alles war in der langen Hitzeperiode vertrocknet und die paar Kräuter, die noch standen, habe ich den Bienen und sonstigen Erd-und Luftvölkern gelassen.

Ich gehe niemals durchs Haus ohne sie anzusehen und mich zu freuen, daß sie da ist und bei uns wohnt.

Der Ursprung ihrer Verehrung geht weit zurück, viel weiter als wir uns überhaupt vorstellen können und sie hat als Mutter des Himmels und der Erde schon in den Geschichten der Menschen existiert, lange , bevor es das Wort „Kirchenväter“ und eine männliche Gottheit überhaupt gab.  An Mariä Himmelfahrt, am 15. August haben einst im 6. Jahrhundert die Kirchenväter beschlossen, sie auch in den Himmel hinauffahren zu lassen, weil sie ja den Gottessohn geboren hat … wie er in sie hineingekommen sein soll gehört zu den Umständen, die nicht so ganz geklärt sind …

Und sie ist heute zu einer Vermittlerin degradiert, sie soll unsere Bitten an Gott weiterleiten. Ach ja, was für ein Witz, die einst größte Göttin  … egal, wer weiß schon, wie es wirklich ist, und man wird mich wieder für sehr naiv halten, aber ich liebe die Heilige Himmelsmutter oder zumindest meine Sehnsucht nach ihr.

Um mich herum sind die Alten weg und ich bin jetzt die Älteste im Dörflein. Und ich frage die Alte in mir und finde sie nicht wirklich, ich werde also nach ihr suchen müssen. Bei ihr sollen jetzt die Geschichten zusammenlaufen, die sonst von den Alten erzählt wurden. Aber wer will sie noch hören, die alten Geschichten? Es gibt keine Orte mehr für sie, in den Stuben laufen die Fernseher und auf den Hausbänken sitzt niemand mehr so wie früher. Da hatten alle die Füsse, borkig von der Feldarbeit in einem Wasserschaff … das ist schon lange her. Heute geht niemand mehr spazieren ohne Handy und auch auf dem Fahrrad hat man es in der Hand. Wo finden die Geschichten ein offenes Ohr?

Geschichten brauchen Zeit, viel Zeit zum Erzählen, zum Horchen und sie brauchen Nähe, man muß zusammenrücken. Wenn ich sie denn finde, die Alte in mir, was wird sie mir raten?

Ich bin ein extrem ängstlicher Mensch und das Fürchten vor schweren Gewittern wird  eher schlimmer, so wie heute. Es wurden schlimme Voraussagen gemacht und ich hatte furchtbare Angst, daß unser Hausdach wegfliegt, aber es kam dann doch (bis jetzt) nicht so schlimm daher wie befürchtet und der Sturm hat sich beruhigt, dem Himmel sei Dank. Leider sind auch die Regentropfen schon wieder vertrocknet.

Es ist wie es ist und so wie es ist, ist es.

Sei gegrüßt meine liebe Kraulquappe aus der fernen Nähe!