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Auferstehung

Eine lange Nacht des Geschichtenerzählens, als Abschluß einer kargen und mühseligen Passionszeit. Mit Zauberinnen am Feuer werfen wir uns Kugeln aus Klängen zu, flüstern uns Uraltes in die Ohren, schweben auf geheimnisvollen Pfaden und spielen ein zartes kleines Kinderspiel, erfahren einfachste Wahrheiten, die Wunden heilen…Gelächter ist Erlösung…der Schmerz ist vorbei…das Grab ist leer.

Wir dürfen auferstehen, immer und immer wieder.

Als ich durch den frühen Morgen fahre, liegt dichter Nebel auf dem Land.

Ein abgemagerter Mond hängt am Himmel und aus dem Radio trägt mich der Klang der Klarinette eines Wissenden dem neuen unschuldigen Tag entgegen.

 

Manchmal stehen wir auf

Stehen wir zur Auferstehung auf

Mitten am Tage

Mit unserem lebendigen Haar

Mit unserer atmenden Haut.

 

Nur das Gewohnte ist um uns.

Keine Fata Morgana von Palmen

Mit weidenden Löwen

und sanften Wölfen.

 

Die Weckuhren hören nicht auf zu ticken

Ihre Leuchtzeiger löschen nicht aus.

 

Und dennoch leicht

Und dennoch unverwundbar

Geordnet in geheimnisvolle Ordnung

Vorweggenommen in ein Haus aus Licht.

Marieluise Kaschnitz

Frohe Ostern an alle und Dank denen, die mir durch ihre freundliche und aufmerksame Begleitung Freude schenken!

Wann, wenn nicht jetzt?

Die Parabel von einem aus göttlichen Hause, der ein aufmüpfiges Menschendasein erleben wollte bis in die letzte schreckliche Konsequenz ist erzählt, ungeklärt bleibt die Sache mit der Auferstehung. Aber letztendlich ist das ganze Leben auch nicht besser erklärt, vor allem die Frage, WANN genau findet es eigentlich statt?

Wir leben zwischen Vorhin und Dann: Im „Jetzt“? O je, o je, dieses „Jetzt“ ist leider sehr zweifelhaft! Denn es existiert ja praktisch gar nicht, denn, wenn wir „Jetzt“ sagen , ist es bereits vergangen und das zukünftige noch nicht da, aber wenn es da ist, ist es wieder Vergangenheit. Es gibt also logischerweise nur die Zukunft und die Vergangenheit.

Wo genau findet dann in dieser nicht existierenden Gegenwart die Auferstehung statt?

Und in welchem ominösen ZwischenRaum leben wir, gibt es uns denn überhaupt?

Da man bei weiterem Nachdenken über diese Dinge eh leicht deppert wird, finde ich es mehr als nur angebracht, sich den „Schlagoberskoch“  zu Gemüte zu führen, den der kongeniale Liedermacher „Der Nino aus Wien“ mit seiner großartigen Band hier präsentiert. Ein junger Poet und Wortspieler, merkwürdig, genial, versponnen, sensibel. Der große Karl Farkas hätte gesagt:

„Meine Damen und Herren, schaun Sie sich das an!“