Auf der Hausbank

Ich sitze auf der Hausbank vor dem alten Haus in der Sonne und der Himmel über mir ist so blau und weit und hoch und ein Hauch von Ewigkeit durchströmt mich, ein zartes leises Glück inmitten aller Flüchtigkeit läßt mich demütig werden und mich bedanken dort hinauf.

Es ist, wie es ist. Gestern ist vorbei, morgen weiß niemand, was kommt und heute kann gelebt werden.

Dieser Meinung bin ich auch, sagt die Graugans, die soeben gelandet ist  und ihr Gefieder putzt.

Ja, meine liebe Graue, wo warst Du denn so lang?

Polarwinde. Richtung verloren. Expedition abgebrochen. Sturzflug. Notlandung . Treiben im Eismeer. Bekomme mächtig eins vor´n Bug. Angeschossen. Rettung Eskimos. Zusammengeflickt. Nicht gebraten und gefressen. Glück gehabt! Dankeschön. Leidlich flugtauglich. Richtung wieder aufgenommen. Wind Richtung Süden abgepasst. Heimgeflogen. Pause. Wenn Löcher im Gefieder verheilt – Plan für neue Expedition liegt vor.

No risk no fun, nicht wahr?

Sagts, zieht das eine Bein hoch , steckt den zerzausten Kopf unter den Flügel und hält den Schnabel.

Ich liebe Dich, weißt Du das denn?

Ja ja, ich Dich auch, aber jetzt keine Sentimentalitäten, möchte mich sammeln.

Aber…

Auch keine Fragen, muß schlafen.

Aha, na dann ist ja alles…irgendwie…gut…oder?

 

Ich strecke die Hände weit hinauf, dem Himmel entgegen und der fließt an meinen Armen herunter und fließt und fließt und ich werde zur Frau in Blau…

wie schön.

29 Gedanken zu „Auf der Hausbank

  1. Norah Jones mag ich sehr. Sie ist die Tochter von Ravi Shankar. Der hat wiederum George Harrison sehr beeinflusst. Und so schließt sich der Kreis.

    Ich freue mich auch sehr wieder von Dir zu lesen. “Es ist wie es ist und Gestern ist vorbei.” Genau. Ich hoffe, Du hattest einen aufschlussreichen Flug. Und nun will ich weiterlesen 🙂
    mick.

  2. Liebe Graugans, ich freue mich sehr mit dir!

    Fein, dass du den Flug wieder aufnimmst und weiterfliegen magst.
    So ist das mit uns Federvieh, angeschlagen, angeschnippelt, heißt doch nicht,
    dass die Flüge nicht mehr möglich wären.

    Möge dir der Wind weiter gut sein und dich tragen!

    Liebe Grüße aus der Silbenkemenate,
    Silbia

  3. Ich freue mich auf weiteres Geflatterschnatter und wünsche Ihnen alles Gute – erhebende Höhenflüge, erkenntnisreiche Tiefflüge, erholsame Gleitflüge und wagemutige Sturzflüge – das alles im rechten Mass.
    Aber bitte ohne Bauchlandungen!
    Nachmittäglichschöne Grüsse aus dem blauhimmlischen Bembelland, Ihr Herr Ärmel

  4. Ohja, so einen blauen Moment auf der Hausbank, indem man auch gerne zur kleinen blauen Frau zerfließen möchte, den mögen Sie noch oft erleben, liebe Graugans.
    Bei mir ist’s das Stäfele, der Tritt von Haus auf die Terrasse, Lieblingshockplatz und dann mit der Sonne um die Wette zwinkern…

    Ihnen die herzlichsten Heilungsgrüße und das bald neuer Pustewind die Daunen liebkost und die Schwingen beneugiert.
    Herzlichst, Ihre Käthe Knobloch.

    1. Herzlichen Dank, liebste Käthe, wenn ich nicht so verlangsamt wäre, hätte der Bote Ihnen schon längst was gebracht…dauert ein Weilchen, kommt aber! Pustewind ist schon angestrebt…di e Schwingen , naja, brauchen noch bisserl Kraft, wird schon werden…Freundin schon fast überredet…Liebe Grüsse von Bank zu Stäfele von Ihrer Graugans

  5. Auch von mir einen lieben Gruß … ausnahmsweise mal aus dem ganz hohem Norden … und grad höre ich “The Awakening” von Pat Metheney allerdings in einer ganz speziellen schwedischen Version … wie passend …. irgendwie

    1. Oh, griaßdi, so eine Freude, von Dir zu hören ganz vom Norden her! Pass bloß auf…die Polarwinde…ich hab da so Erfahrungen…ja The Awakening passt scho…so irgendwie…wie Du überhaupt so mit Deinen Empfindungen ganz gut Manches erkennen kannst, Meister, hast ein gutes Gspür! Jetzt tät mich natürlich waaaahnsinnig interessieren, was das für spezielle schwedische Version ist…kannst da irgendwas sagen drüber…bittebitte?

  6. “Es ist, wie es ist. Gestern ist vorbei, morgen weiß niemand, was kommt und heute kann gelebt werden.”
    Zitat Ende 😉
    So ähnlich hat der David Steindl-Rast im Hirn bei mir eine Schleife hinterlassen, die mich anfällt wie ein guter Song von John Lennon, oder so.

    1. Grüß Dich, freut mich, daß Du durch die Nacht hierher kommst…schön, der Vergleich mit nem Song von John Lennon…und daß Du meine Worte direkt vor´m Steindl Rast stehen läßt, ehrt mich sehr, dank Dir! Liebe Grüsse

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