T.6 der Mutmaßungen über die L.i.e.b.e.

Mit kalten Wangen sind wir nach Haus gelaufen

Wenn der Schnee kommt, kommt das Glück. Führen sich die Hunde im Park auf wie kleine Kinder. Große Kinder werfen Schneebälle. Andere bauen Schneemänner und Schneefrauen. Die dunklen Äste werden weiß, wenn der Schnee kommt. Die braune Wiese auch. Wenn der Schnee kommt, vergessen wir die Sorgen. Die Alten drücken sich die Nase an der Scheibe platt und haben leuchtende Augen. Die Schlitten werden herausgeholt. Die Autos auf den Straßen sind viel leiser geworden. Wenn der Schnee kommt, hält die Welt den Atem an. Stille kehrt ein. Die Menschen gehen langsamer. Weißt du noch, wie der Schnee schmeckt? Du hast immer die Zunge rausgestreckt und Schneeflocken gefangen. Die Schneeflocken haben mit deinen Augensternen um die Wette gestrahlt. Mit kalten Wangen sind wir nach Haus gelaufen. Als der Schnee kam, lagen wir uns in den Armen.

 

Stefan, lieben Dank an Dich!

4 Gedanken zu „T.6 der Mutmaßungen über die L.i.e.b.e.

  1. Wie Schneeflocken, so zart und leicht und flüchtig berühren diese Worte meine Seele und bringen Augensterne zum Glänzen…so schön… hab Dank!

  2. Oh ja, ich weiss noch gut, wie Schneeflocken schmecken, ich darf sie jedes Jahr aufs Neue kosten, aber das ist ein Privileg in einer Welt, wo die Schneeflocken immer weniger werden-
    ein sehr leiser und feiner Text, den du uns hier schenkst, danke Stefan und herzliche Grüsse
    Ulli

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