T.21 der Mutmaßungen über Engel

Liebe Graugans,
meine Engelsgeschichte ist eine irdische und die eines  Kinderbuches. Ich bekam es in der deutschen Auflage von 1966 im Alter von 4-5 Jahren geschenkt.
Der kleinste Engel im Himmel ist zu jung, zu unerfahren, zu wenig engelhaft und eckt überall an. Er wird vor ein himmlisches Gericht zitiert. Zu seinem Glück trifft er dort auf den Engel des Verstehens. Dieser Engel sieht die Nöte des kleinten Engels und gestattet, das dessen Schatzkiste, die er auf der Erde unter seinem Bett stehen gelassen hatte, geholt wird. Von Stund´ an war der kleinste Engel der Glücklichste unter den Engeln und sein Verhalten wurde vorbildlich.
Es begab sich, dass Maria das Jesuskind gebähren sollte. Die Engel im Himmel bereiteten Geschenke vor. Allein, der kleinste Engel hatte kein sonderliches Talent und überlegte lange, was er dem Jesuskind geben könnte. Er überlegt lange, dann aber hatte er eine Idee! „An dem großen Tage holte er sie (seine Kiste) stolz aus ihrem Versteck hinter einer Wolke hervor und legte sie bescheiden, mit gesenkten Augen vor dem Throne Gottes nieder“. Er sieht die Herrlichkeiten der anderen Engel und beginnt sich seines unscheinbaren, minderwertigen Geschenkes zu schämen. Er möchte es entfernen, aber Gott sieht die Schachtel.
Stille unter den Engeln,
unterbrochen vom Schluchzen des kleinen Engels.
Stille
Gottes Stimme spricht: “ Von allen Gaben der Engel gefällt mir diese kleine Schachtel am besten. Sie enthält Dinge der Erde und der Menschen … . Dies sind Dinge, die auch mein Sohn kennen, lieben und wertschätzen wird, …“

Als Kind hat mich die Geschichte des kleinen Engels und seiner Drangsalen in der Erwachsenen-Engelwelt sehr berührt. Sie hat auch noch einen besonderen Schluß.

Geschenkt bekam ich das Buch von einer Tante, die ich nur zweimal in meinem Leben traf. Sie besuchte eine alte Frau im hiesigen Altenheim und nahm mich zu dem Besuch mit. Es war ein verwirrendes Erlebnis für mich. Die vielen Gänge, verwirrte Menschen, die mich anfassen wollten. Auf dem Fuß-Rückweg weinte die Tante. Zuvor hatte ich noch nie eine erwachsene Person weinen sehen. Anschließend zog sie einen Spiegel aus der Handtasche und zog ihren Lippenstift nach.
Ich grüße Dich herzlich – Uta Elbtalaue-Insekten-Kinder-River …

 Der Engel des Verstehens.

9 Gedanken zu „T.21 der Mutmaßungen über Engel

  1. Liebe Uta,
    herzlichen Dank für diese berührende Engelsgeschichte. Ja, so ging es uns doch auch als Kind, dass man oft Befürchtungen hegte, dass man doch nichts richtig und gut genug machen konnte. WEnn nur jamand Mut machte!
    Gesegnete Weihnachtszeit.
    Margit

  2. Hallo in die Runde,
    aus heutiger Sicht gefällt mir der Engel des Verstehens. Er ist zu einem Modell für mein Leben geworden. Ich bemühe mich Kinder frei und fröhlich sein zu lassen.
    Der Schluß der Geschichte ist folgender: das unscheinbare Geschenk, irdischen Ursprungs, beginnt zu strahlen, wird überirdisch schön, ein gleißender Stern – der sich neigt und über der Krippe leuchtet. Sehen und verstehen können dies Kinder und Gott.
    Alles Liebe – Uta

  3. Liebe Ulli,
    ja, da hast du jetzt noch Gelegenheit. Ich habe Margarete gebeten, die angefügte PDF-Datei etwas später durch das Bild eines Engels aus dem Buch zu ersetzen.
    Das Bild drückt viel aus und wir sind rechtlich auf der sicheren Seite.
    Viel Freude beim Lesen und Vorlesen!
    Uta

  4. Was für eine sinnige Geschichte, danke fürs Mit-teilen. Mögen wir alle unseren inneren Engel des Verstehens wachen lassen und sein Wirken wachsen.

    Liebe Frau Margarete, ich danke Ihnen nochmals für dieses Projekt und lese nun weiter still nach. Oder wortmeldend, je nachdem…

    Allen hier Mitlesenden meine besten Wünsche für das neue Jahr, verbinden wir uns tüchtig so weiter, kann unser Engel des Verstehens nur wachsen in uns.
    Herzlichst, Ihre Frau Knobloch, fremdfreundinfreundlichst zugetan.

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