T.13 der Mutmaßungen über die L.i.e.b.e.

Mutmaßungen über die Liebe. Herrlich anmaßender Gedankenanstoß.

Dafür muß ich erst die Liebe bemessen. Wie kam sie mir und wie
könnte ich die vielen Arten auf ein vernünftiges einheitliches Maß
bringen? Lieb und zart, fast federleichtig habe ich sie entdeckt,
die Liebe. Großmütterlich barschfein war sie und unendlich süß in
den Gutenachtküssen der Mama. Vater brachte neue, unbekannte
Facetten mit ein, die erst viel später erkennen ließen, daß auch die Liebe sich manchmal maskiert.

Geschwisterliebe war oftmals rauh, lehrte Durchsetzung und
unabdingbare Treue. Die Liebe zu allen Wesen, die die Natur uns
schenkt, die ist wohl die mächtigste aus Kinderprägezeiten mir
geblieben. Keinen Tag lang verließ sie mich, egal wie dunkel er war.
Menschenliebe hingegen schwankte heftig, besonders als ich die
körperliche Liebe entdeckte. So viele Variationen, so hochjauchzend
und so sudelbefleckt. Bei weitem habe ich nicht alles ausgelebt,
doch gemessen an meinen Möglichkeiten ist mein Lebensleibliebbecher recht randgefüllt.

Die Liebe war letzthinnige Zeitchen ein ruhiges Wasser. Keine
Strömung, kein Sturm im Messglase, stille sichere und berechenbare
Tide und doch fehlte es mir an… ich wußte es nicht. Begann jedoch
staunend jene Wildheit aufzunehmen, die unwillkürlich nur in
Mutanfälle sich wandeln kann. Mut. In Maßen. Mutmaßungen. Jetzt
kenne ich meine Liebe, die ich sein will. Und Mut gehört immer dazu.
Zu jeder Art der Liebe und jeder der mutig sich seiner Liebe
bekennt, verdient zunächst mal Respekt.Und Hoffnung, angemessen
mitdosiert. Meine Liebe ist nun in diesem Gleichgewicht.

Ich habe einen Satz geschenkt bekommen und dieser Satz fügt für
mich alle Mutmaßungen über die Liebe in drei Worten zusammen: Ich
liebe uns. Und damit bin ich selbst in meiner Liebe angekommen.

 

Herzlichen Dank, liebe Käthe Knobloch!

8 Gedanken zu „T.13 der Mutmaßungen über die L.i.e.b.e.

  1. Liebe Frau Käthe,
    wie schön einmal mehr mit Ihrer Sprache druch die Zeiten zu tanzen, welch feinen Worte ich finde: sudelbefleckt und Lebensleibliebbecher, das können nur Sie!
    Auch ich danke für den Mut und die Maße-
    herzlich grüße ich Sie und sende Sonnenstrahlen, Mondenschein und Sternenglanz
    Ulli

    1. Danke für die Wohlworte, ich bewangenrote mich gernst darob. Meine Sprache und auch die Zeit für andere Silbenjongleure rart sich derzeit, obgleich ich vor Glück schier zerplatzen mag.

      Ihre Gutgrüße erwidere ich umgehend und verbleibe zugetan, Ihre Käthe.

  2. So ein schöner Text, so warm und wohltuend…“Hoffnung, angemessen mitdosiert“, ja, unbedingt!
    Ja, und ich liebe uns auch…uns alle, die wir mit dem Kopf im Himmel und mit den Füssen auf der Erde sind!
    Viele liebe Grüsse und Dank von Herzen, liebe Käthe, Ihre Graugans

    1. Wohltuenden Dank für Ihre Freude daran und natürlich von Herzen kommende Grüße gen Süden. liebe Graugans.

      Himmelkopfig und festerdend zugetan, Ihre Käthe mit Extraherzklopfhopsermass.

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