Seid gegrüßt!

Herzlich willkommen alle, die sich jetzt tatsächlich hier eingefunden haben, hier in diesem luftigen Raum, irgendwo zwischen Himmel und Erde! Dieser Raum, nicht vorhanden und doch bewegen wir uns darin, der Boden unter unseren Füssen ist längst weggebrochen, doch wir laufen auf ihm dem Horizont entgegen, wir begegnen uns nicht und doch erhoffen wir uns ein wenig Aufmerksamkeit und daß sich die Einsamkeiten auf unseren Wegen kreuzen.Flüchtlinge sind wir, irren im Niemandsland herum und suchen danach, wahrgenommen zu werden und geduldet…

Alle, alle streben wir auf einen Fluchtpunkt zu, der sich aber wie der Horizont zu verhalten scheint: je mehr wir ihm entgegenlaufen, um so weiter rückt er von uns ab. Nur sehr selten geschieht es, daß sich die Atmosphäre für einen Augenblick so verdichtet, auf den Punkt gebracht, sozusagen, um von da aus neu begonnen werden kann.

Heute, jetzt, durch Eure Anwesenheit, scheint mir so ein Moment entstanden zu sein. Ich freue mich sehr, Euch alle hier begrüßen zu dürfen! Wie gerne würde ich Euch Wein und Brot und Käse auf den Tisch stellen, Schokoladenkekse für die Schleckermäuler und starken heissen Tee mit Rum für die Frierenden, das ist halt der Nachteil einer solch luftigen Zusammenkunft, ich hoffe, Ihr bleibt mir trotzdem gewogen!
Herzlichen Dank für Eure Anreise und Euer Interesse! Zu unseren Arbeiten möchte ich gar nichts sagen, sie sprechen für sich selbst.
Bedanken möchte ich mich bei meinem Administrator Michael, der die Idee für eine Sommerakademie hatte und bei Lu, die bereitwillig mitmachte.
Eine Woche lang die Haus- und Hofangelegenheiten, die nicht aufschiebbaren Arbeiten und die banale, verschlingende Alltagswirklichkeit so weit in Schach zu halten, daß es möglich war, sich auf ein Thema zu konzentrieren, eine schier unüberwindliche Aufgabe! Letztendlich ist es dann so gelaufen, wie es halt meistens läuft in so einer Sommerakademie: Tagelang plagt man sich herum, gerät auf Wege, die sich als Sackgassen herausstellen, die Zeit schreitet voran und kurz vorm Ende geht plötzlich sowas wie ein Knopf auf und dann könnte man Tag und Nacht weiterarbeiten, aber dann ist Abgabetermin! Als wir nach einer Woche uns gegenseitig die Arbeiten zeigten, waren wir erstaunt über die Ergebnisse!

Nach dem Thema unserer Arbeit haben wir nicht lang suchen müssen, wir haben das genommen, was uns am meisten inneren Aufruhr verursacht hat!

: Flüchtling

So, Ihr Lieben, ich hoffe, Ihr haltet so wie wir ein Glas in der Hand und wir trinken auf uns und alle, die auf der Welt herumirren und nach einer Bleibe suchen, laßt uns ihrer gedenken und die eine oder andere Tür aufmachen oder zumindest nicht absperren! Und wisst Ihr was: auf manch einer Vernissage mit vielen „leibhaftigen“ Menschen habe ich weit, weit weniger wirkliche Anwesenheit gespürt als heute hier mit Euch, habt Dank! Prost!

GretlFluechtling

Margarete Helminger :Flüchtling (Text/Illustration/Collage) – mehr Infos unter YouTube

Oneironaut

Michael Helminger Oneironaut:Flüchtling (Eine Selbstbefragung/Videoarbeit) – mehr Infos unter YouTube

LuiselFluechtling

Luise Wittmann :Flüchtling (Malerei/Packpapier) – mehr Infos unter YouTube

53 Gedanken zu „Seid gegrüßt!

  1. Hier drängt sich mir noch eine Ergänzung auf: Flüchtling sein hat viel mit verlorenen Boden unter den Füßen zu tun. Schließlich verlassen Flüchtlinge ihr Land, ihre Heimat um in der Ferne was zu finden? Unsicherheit, Unwägbarkeit, eventuell Ablehnung … hoffentlich einen Neuanfang. In jedem Fall ist eins sicher: verlassen können sie sich auf nichts. Und das scheint mir auch die Analogie zu dieser Ausstellungseröffnung im Internet zu sein. Es ist äußerst merkwürdig hier vor dem Rechner zu sitzen und sich nicht darauf verlassen zu können, ob andernorts Menschen sitzen, die sich tatsächlich auf dieses Experiment einlassen…

    1. Das erste Video hat mir sehr gut gefallen. Eine beeindruckende Darbietung. Und der Schluss mit dem Hinweis auf allseitige Fremdheit setzt dem Ganzen die Krone auf.
      Vielen Dank dafür!

      Die anderen Kunstwerke darf ich mir doch sicherlich später noch in Ruhe ansehen…

      Einstweilen einen schönen Abend, Herr Ärmel

      1. Ja, aber sicher, wann immer es beliebt! Herzlichen Dank für die Worte, ach ja, ein bisserl Applaus ist halt doch Balsam für die Seele, nicht wahr? Liebe Grüsse, im Hintergrund probt die dörfliche Altherrencoverband: „Get back, get back, whereever you belong“…achja, …aweng wilder wärn sie mir halt schon lieber…! Vielleicht wirds noch, wenn sie mal über 60 sind.

  2. Ich grüße auch alle lieben Gäste unserer Vernisage . Schön wenn wir Sie mit unseren
    Arbeiten irgendwie erreichen. Die Schnittchen , den Prosecco und was sonst so
    notwendig, sind wir auf diesem Weg , außen vor. Trotzdem Prost

  3. Nun, nach dem ersten Ausstellungsaugenschmaus, der mich mit erhobenem Glas verharren ließ, trinke ich jetzt einen Schluck auf Sie, liebe Graugans und die, die Ihnen beiseite standen. Dankend für die Einladung und für die Ankündigung eines wochenmöglichen erneuten Besuches hinterlege ich Chapeaugrüße schon für das erste Video.
    Herzlichst, Ihre Frau Knobloch, eigentagwerkflinkfleißig noch immer.

  4. Liebe verehrte Graugans,
    danke für die Idee und die Einladung!
    Die Verbindung ist leider zu schwach, um die Arbeiten anzusehen, aber es ist schön, in Eurer Gesellschaft zu sein.
    Allen einen schönen Abend wünscht
    Madame Filigran

    1. Liebe Madame, Sie so nah zu wissen ist auch für mich wunderbar! Allein das wars ja schon wert…schad trotzdem, daß Sie nicht in die Arbeiten schauen können, hoffentlich stärkt sich die Verbindung noch!

  5. Gedanken verdichten sich in einem raumlosen Raum- gemEinsam in Gedanken- gestützt von Bild und Wort und Bild- Flucht trifft auf HeimatLos!
    DANKE für die Zeit in diesem Raum
    Irm

    1. Ach ist das schön, und daß Du überhaupt da bist – warst sooo lang verschwunden, von Raum und Zeit verschluckt! Liebe Grüsse, ich umarm dich!

  6. Auch hier.

    Eiweih.

    Moderne Kunst kolliediert mit meinem vorsintflutlichen Gründerzeitgeschmack.

    Jetz‘ wird’s schwierig…

    …mal abwarten welche Gesamtwirkung sich einstellt.

  7. ich erhebe mein Glas und poste euch zu- ich danke für die Einladung und die beeindruckende erste Arbeit, denn leider werde ich gerade vom PC verdrängt und muss nun den Blick auf 2 und 3 verschieben …

    erst dann kommt ein ausführlicher Kommentar

    ich wünsche noch viele illustre Gäste heute Abend
    herzlichst
    Ulli

  8. *klopf klopf klopf* … Guten Abend und nochmal dankeschön für die Einladung … ein paar Assoziationen von mir:

    +++ Mein Vater war auch Flüchtling; seine Geschwister flohen auch aus Schlesien. Eine seiner Schwestern wurde vergewaltig und dann erschossen … verwundert es einen, dass die restliche Familie flüchten wollte ? Und was passiert heute in Syrien ? +++

    +++ Horst Everhard Richter veröffentlichte mal das Buch „Flüchten oder standhalten“ und er hatte ganz sicher damit nicht gemeint, dass die Menschen z.B. aus Syrien standhalten sollen +++

    +++ Maria und Josef waren keine Flüchtlinge im direkten Sinne, aber sie waren heimatlose … und keiner nahm sie auf +++

    +++ Auch wenn es schwerfällt: Gegen islamische oder sonstige Herrscher und Diktatatoren und islamische Terrormilizen hilft kein gewaltfreier Widerstand (von dem ich in den 70er Jahren geträumt haben) +++

    Schön, dass diese Ausstellung noch ne Woche zu sehen sein wird … ich will mir die Zeit nehmen, all die Worte und visuellen Eindrücke auf mich wirken zu lassen.

    Nochmals vielen Dank für die Einladung.

    1. Allerherzlichsten Dank für diesen Kommentar, in dem Du eigentlich eh schon alle wunden Punkte ansprichst, die mir auch am Herzen liegen und aus der Seele sprechen, es tut verdammt gut, daß du diese Arbeit hier so ernst nimmst und auch darüber nachdenkst! Ich schick Dir viele liebe Grüsse von Herzen

    2. Was mir dazu auch einfällt, ist das merkwürdige Verhältnis zu den »Geflüchteten« in ihrer neuen Heimat. Egal zu welcher Zeit, egal unter welchen Umständen – Flüchtende waren in ihrer neuen Heimat wahrscheinlich noch nie gut angesehen. Da frage ich mich ersthaft woher das eigentlich kommt? Sind Flüchtlinge immer eine Bedrohung? Auch dann, wie zu Nachkriegszeiten, wenn es sich um »Deutsche« handelt. Es wirkt scheinbar nicht allein die Angst vor dem fremden schwarzen Mann, sondern da scheint es um mehr zu gehen … ist die eigenliche Bedrohung vielleicht immer dann vorhanden, wenn sich Umstände zu wandeln drohen?

    3. Warum nur haben wir solche Angst vor Veränderung? Vorm Teilen,vorm Verarmen, vielleicht vor Identitätsverlust?. Haben wir dann keine Heimat mehr,wenn
      wir sie teilen?
      Weltfrieden, was ist das? Utopie? Danke für Ihren Besuch

  9. Ich denke, wenn man an all jene Menschen denkt, die entweder latente Vorbehalte oder auch aggressive Abneiungen gegen die Flüchtlinge haben, kommt man an dem Thema „Angst vor dem Fremden“ nicht vorbei … da müssten wir die passenden Antworten finden.

    Aber wenn ich ehrlich sein darf: Meine Sorge gilt der eventuellen Problematik von „Parallelgesellschaften“ … die bergen nämlich gewaltigen Sprengstoff. Aber da ist halt ne gute Stadt- und Sozialplanung vonnöten.

    Weitere kleine Anekdote aus meiner Biographie: Meine Mutter, eine waschechte Münchner hatte sich eben in diesen „Schlesier“ verliebt, was musste die sich anhören, weil sie einen „Fliachtling“ heiraten wollte …. Das war allerdings noch vor meiner Zeit *ggg*, wie man sich denken kann.

    1. Bei mir wars umkehrt, mein Vater hat ein Flüchtlingsweib heimgebracht, zu ihm hat aber niemand was gsagt, aber die Mama wurde vom Opa angespuckt. Ja, versteh dich gut, hab da auch große Sorge…is halt die Frage, wer da in der Stadtplanung was zu sagen hat…aber zur Zeit is das eh völlig wurscht, jetzt gehts erstmal darum, daß alle die aktuelle trachttümliche Designverpackung am Leib haben und über die Wiesn stöckeln und alle in dümmlichem Bayern 3 Pseudobayrisch kundtun wollen, wie groß doch der Spaß ist beim Saufen einer Moaß und dem Essen der Brezel…omei…ich tät so gern einfach nur so vorm Orchestrion stehen, aber ich halts nimmer aus…zu allem Überfluss hat auch noch ein bayrischer Politiker gsagt, daß die Flüchtlinge selbstverständlich auch auf die Wiesen dürfen…vor kurzem hat ein Nachbar gsagt: Ja, kriagn denn d´Asylanten a Bier? Dann Gutnacht, oder! Servus!

  10. Dankschön für die Einladung!
    Habe gehört, geschaut, gelesen, nachgedacht.
    Überlegt, ob Flucht für mich was mit Freiheit zu tun hat.
    Ja, doch, wenn meine Ahnen nicht geflüchtet wären…
    Mir haben die Bild-Text-Verbindungen im ersten Video gut gefallen! Danke auch fürs Vorlesen! (Die beiden anderen Videos sind auch gut, machen nachdenklich, sind Anlass für Neues!)
    Anerkennende Grüße von
    Sonja

    1. Sei ganz lieb bedankt für diesen wunderbaren Kommentar, hat mich sehr berührt! Und ich freu mich sehr über Deinen Besuch, wenn Du neben mir stehst, dann streifen sich unsere Flügel…sei gegrüßt, gefiederte Schwester

    1. Liebe Bernadette und lieber Josef, bin hoch erfreut, daß wir Euch so berühren durften, daß es bis ins Innere vorgedrungen ist und „werkelt“…Ihr wisst das ja auch sehr gut, daß man eigentlich alles nur deshalb macht, daß die eigene Berührung sich fortsetzen kann und bei jemand anderen ankommt…wie schön, zu hören, daß es gelungen ist…habt vielen Dank für die Resonanz! Viele liebe Grüsse

  11. Alles auf einmal anzusehen,zu lesen,auf sich wirken zu lassen,zu verarbeiten, geht garnicht.Wie gut,dass eine Woche dafür Zeit ist.
    Herzlichen Dank Euch für die intensive und so unterschiedliche Auseinandersetzung mit diesem brisanten Thema.
    Ich glaube auch,dass nicht die Angst vor dem Fremden die größte ist,sondern die Angst: bleibt dann für mich noch genügend übrig?Muß ich auf etwas verzichten….?
    Ich bin gern zu Eurer Eröffnung gekommen Brigitte

    1. Liebste Freundin, schön, daß Du hier warst und Dich so intensiv in die Arbeiten versenkst, das tut wirklich gut! Ja, und ich glaube wie Du, daß wir am meisten vor dem Teilen Angst haben, das werden wir alle noch schmerzlich lernen müssen! Längst sind wir auch dran, denn unsere Überfluß- und Überdrußgesellschaft basiert ja auf der Ausbeutung der armen Länder! Wie das natürlich hierzulande sich abspielen wird, ob die immens reiche Schicht in unserem Land es weiterhin schaffen wird, die Geldsäckel zusammenzuhalten…schaumamoi! Viele liebe Grüsse, ich hoffe wir sehen uns bald leibhaftig!

    2. Liebe Brigitte,
      Hab lang nichts mehr gehört von Dir. Schön dich hier zu treffen.
      Ja, wir haben wohl alle unsere Ängste wie sich das entwickeln wird.
      Mir wird ganz bang wenn ich die Terminologie so höre.
      Auffanglager, abschieben, Außengrenzen schließen. Stacheldraht,
      Wasserwerfer, sicheres Herkunftsland, Waffenexport, Kosten,Quoten,
      Gewinn? Ursachen? Wertegemeinschaft Europa? Brandherde?

      Es wird noch ein mühsamer Wegsein zu einem miteinander zu kommen.

  12. Sei gegrüßt, liebe Graugans.

    Eine schöne Idee und sehr persönliche Arbeiten; welch wunderbare Initiative.

    Der Flüchtling auf der Flucht. Selbst Tochter einer Mutter, die dieses Schicksal im Alter von 4 Jahren in aller Brutalität ereilt hat und damals hat niemand an die tiefen psychischen wie auch körperlichen Verstörungen und deren eventuelle Heilung gedacht; so trägt meines Erachtens die Enkelgeneration des 2. Weltkriegs im Unterbewussten so einige Ängste noch mit sich. ja, das sind wir.

    Und doch. Bei aller Grausamkeit. Da gibt es auch den positiven Effekt der Flucht. Die Erwartung, das Entrinnen, der Traum vom Besseren, die Flucht in erhoffte Geborgenheit, die Hoffnung auf ein selbstbestimmtes Leben … aprops. Sind wir nicht alle schon mal geflohen? Im Rahmen des Wunsches nach Identität?

    alltagsflucht, zuflucht, treppenflucht, zufluchtnahme, kulturflüchter, fluchtlinie, fluchtachse, gedankenflucht und … manchmal eben auch gottverflucht

    Viele Dank von Herzen
    Dagmar

    1. Liebe Dagmar, welch wunderbare, weise Worte, ganz herzlich danke ich Dir dafür! Es ist erschütternd, wie weit sogar in die nächsten Generationen hinein dieses Flüchtenmüssen reicht, also auch Du als Enkelin spürst es noch, gell, es geht irgendwie in einer herum und der Begriff Heimat hat irgendwie eine andere Färbung oder sollte ich sagen einen besonderen Klang, auf jeden Fall scheint es bei uns immer ein Thema zu sein im Gegensatz zu allen anderen, denen die Heimat so selbstverständlich ist, daß sie nicht nachdenken müssen. Was ich nicht dachte, ist, daß auch die Enkel mit so einer diffusen Angst zu tun haben. Ich bin das Kind einer Geflüchteten, einer Verjagten, die mit 46 Jahren ganz weggegangen ist und tot auf dem Sofa lag.
      Ich danke Dir von Herzen für die Bemerkung: „ja, das sind wir“, ja! Viele liebe Grüsse, freu mich wirklich sehr über Deinen Besuch hier, sei auch in Zukunft jederzeit herzlich willkommen!

  13. zu Oneironaut: herzlichen Dank für diese Gedanken- ich knüpfe mit meinem eigenen Fluchtgen hier an, über das ich schon so einige Mal in meinen Texten sinnierte- Fluchtgen nenne ich meine Ruhelosigkeit, mein Ziehen von West nach Ost, nach Süd, nach Nord und nun eben nach Süd … immerhin gibt es hier eine gewisse Sesshaftigkeit, auch wenn ich innerlich immer mal wieder fliehen will- vor unangenehmen Situationen, vor Enge in Beziehungen … vor zu schweren Jobs …
    gut gefällt mir auch der Wind im Hintergrund … der so passend zu Flucht und fliehen ist, auch mit ihm bin ich ja immer wieder in diesem Jahr beschäftigt-
    herzlichen Dank, Michael, ich werde dir bestimmt noch einmal lauschen, so, wie ich auch bestimmt noch einmal das Video von Margarete anschauen werde- in beiden steckt sooo viel

    Nun aber zu dir, liebe Lu, deine Packpapierbahn hat mich ganz genauso in ihren Bann gezogen, wie die zwei anderen arbeiten, in der Stille passiert deins, springt aus dem Fenster und rollt sich dort erneut aus und ich darf schauen, sehe Gesichter, Gestalten, einstürzende Häuser- bin gebannt, bestürzt und wollte einmal fliehen, hielt es dann aber aus und das war gut so. Herzlichen Dank auch an dich!
    Ulli

    1. Es freut mich,dass Sie die Stille ausgehalten haben. Mühsam ist der Weg,ich bin froh Ihn nur künstlerisch begehen zu müssen.
      Dank Ihnen für den Besuch bei uns und die Gedanken und Berührungen.

  14. Heute nun die Arbeit von Frau Wittmann angesehen, wölbt sich mir erneut die Haut auf. Mein Freund Sahed berichtete mir von den jüngsten Ereignissen, die schwarzen Horden der IS stehen cirka 40 km vor seinem Elternhaus. Was tun? Er sölle helfen die jüngeren herauszuholen, die alten Bäume wollen nicht mehr verpflanzt werden…

    Ich bin Flüchtlingsenkelkind, es gäbe mich nicht ohne denen, die Ominkel auf der Flucht Brot und Obdach gegeben hätten. Das werde ich nie vergessen und teilen, was ich im Überfluß habe. Punkt.

    Danke nochmals für diese ganz neue Möglichkeit, erneut daran erinnert zu werden und liebe Grüße an alle Künstler und Besucher, die sich darauf einlassen.
    Gespannt bin ich nun auf den Oneironaut…
    Herzlichst, Frau Knobloch, nachvernissagigteenippend.

    1. Liebe Frau Knobloch,
      Ich hab keine Fluchterfahrung, komme aus einem Bergdorf, man ging zum arbeiten weg. War’s wirtschaftsflucht?
      So viele Gedanken schwirren mir durch den Kopf.
      Ob’s jemals möglich sein wird und seis in der Enkelgeneratio, wieder
      in ein befriedetes Land,ohne Bürgerkrieg und Terror zurück zu kehren?
      Ob man sich erinnert an die zeit vor dem Krieg? Würde man wieder aufgenommen?
      Grad fliegt wieder ein Hubschrauber zur Grenzkontrolle mit wärmebildkamera.
      Wollen sie helfen? Abschrecken? Uns Aktivität und Sicherheit vermitteln?
      Ach ja, Willkommenskultur

      1. Lalu steht für Frau Wittmann, oder irre ich hier? Egal, denn es gibt nichts menschlicheres als den Irrtum…

        Liebe Frau Wittmann, ich selbst bezeichne mich immer ganz betont als Wirtschaftsflüchtling. mein zugesagter Studienplatz zum Veterinärmediziner ging mir mit dem Zusammenbruch der DDR verlustig, der vorübergehende Arbeitsplatz in der Landwirtschaft ebenso und da stand ich mit knapp Zwanzig und wußte trotz kleinem angearbeitetem Vermögen nicht , wohin mit mir. Also ab gen Westen, Arbeitstellen suchen. Das Kleinstvermögen diente als Startkapital für eine neue Existenz.

        Warum ich das erzähle? Weil jeder, der Schleuser und Überfahrt bezahlt, im Grunde nichts anderes tut, wie ich damals. Mit dem riesengroßen Unterschied, ich tat es umhüllt von sicherem, tröstlichen Frieden. Natürlich kamen meine damalige Freundin und ich auch in Orte, wo man uns als Ossis für minderbemittelt hielt oder leichter zu haben, aber was Sahed mir über seine Flucht erzählt hat, ach…

        Danke nochmals für diesen Raum, der durch seine behutsame Anstupserei eigene Gedanken auslöst. Ich lausche nun nochmal dem Oneironauten, gestrig war ich zu überrandvoll Augenwasser, um ihn ganz zu erfassen. Gehe ich recht in der Annahme, das dahinter der Herr Michael steht?

        Liebe Samstagsgrüße von der den Tagwerksturm überstandenhabenden Frau Knobloch in diese Famosrunde.

  15. Jetzt erst bin ich da und ich habe kein Glas in der Hand. Trotzdem Proste ich Dir zu. Gestern ging es nicht 🙁 Die erste Arbeit habe ich gesehen, sie hat mir viel zu Denken gegeben; so sehr bin ich davon beeindruckt, dass ich die anderen zwei Arbeiten mir aufspare, ich habe ja noch etwas Zeit um Zeit zu haben.

    In jedem Fall ist das eine gute Sache hier! LG, mick

  16. „Fliehen heißt woanders sein Glück suchen.“
    Eine Flucht, und ist sie noch so gut vorbereitet, hat immer etwas Provisorisches.
    Flucht läßt sich nicht rückgängig machen.
    Niemand kann zur gleichen Zeit am Alten festhalten und was Neues ergreifen. …

  17. Liebe Graugans, diese Lichtwesen, die Deiner Arbeit ja fast schon wieder eine gewisse Leichtigkeit verleihen, ziehen durch meine Gedanken, seit ich sie das erste Mal sah. Gefallene, die mitten unter uns wandeln. Fremdlinge, die soviel Licht ins Dunkel zu bringen vermögen, wenn sie nur erkannt werden. Wundervoll.

    1. Liebe Pagophila, beim Lesen Deiner Worte hab ich erst mal Rotz und Wasser geheult…letzte Nacht fuhren wir über den Grenzübergang Salzburg/Freilassing und da lagen so wahnsinnig viele Kleiderbündel herum, Du lieber Gott, das waren Menschen, hunderte, tausende, überall auf Gehsteigen, am Straßenrand, einfach überall…ich hatte bisher nur im TV…und da wusste ich schlagartig: jetzt hat die Welt mir ihr wahres Gesicht gezeigt und nichts ist, wie es vorher war, total verunsichert und wie unter Schock sind wir heimgefahren in unser uraltes Haus, wo´s beim Dach reinregnet…ich werde mich zur Verfügung stellen, jetzt, wo immer man mich brauchen kann…aber alles ist so uferlos…
      Daß Du in meiner Arbeit Lichtwesen zu erkennen glaubst und irgendetwas sich loslöste und Dich berühren durfte, das schwebt als Glück zu mir zurück , Du machst mir Mut, zu glauben und zu erkennen. Ich Danke Dir sehr, von Herzen.

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