„Hört – Hört!“ … Geschichte am Feuer, Teil 1

Schon lange trage ich einen Schlußsatz mit mir herum, der voller Sehnsucht seiner Geschichte hinterherläuft und sie nicht findet.

Ich bat, wie in uralter Tradition üblich, des Erzählens Kundige um Hilfe, zündete ein Feuer an, irgendwo am Ufer eines Wassers, stellte Wein und Brot bereit und wartete ab. Irgendwann kommen sie aus dem Dunkel der Nacht und setzen sich, vier Frauen, vier Männer, wir können uns nicht sehen, nur manchmal flackert ein wenig Feuerschein über die Gesichter. Wir essen und trinken und irgendwann sage ich den Schlußsatz meiner Geschichte. Dann schweigen wir.

Dann fängt einer an zu sprechen und die Geschichte beginnt:

1.Kapitel: „Johann ohne Ziel“

erzählt von @lz

 

 

anschließend reicht er den goldenen Erzählfaden weiter an den nächsten in der Runde. In den weiteren Wochen wird das Feuer brennen und geschürt werden und Kapitel für Kapitel wird die Geschichte ihrem Ende zu erzählt werden.

Jetzt schon meinen herzlichen Dank an die wunderbaren GeschichtenerzählerInnen, die mit mir ums Feuer sitzen und denen ich voller Herzensfreude lausche!

Für diejenigen, denen das Bild vom Traumgarnspinnen am Feuer zu märchenhaft ist, hier konkrete Angaben:

Dies ist eine Projektarbeit, in der es erstens darum geht, aus der rein digitalen Wirklichkeit, in der sich alle nur mittels geschriebener Zeichen verständigen und ausdrücken, eine Verbindung zur analogen Wirklichkeit herzustellen durch das Hören der menschlichen Stimme.

Zweitens möchte ich an die uralte Tradition des gemeinsamen Geschichtenerzählens erinnern und sie in einer Art „Zwischendeck“ zwischen den Welten neu aufleben lassen, dadurch kann auch hier die hörbare Stimme ein Brückenglied in Richtung analoger Welt werden.

Drittens wollte ich wissen, ob es ErzählerInnen gibt, die sich auf das gewagte Experiment einlassen, eine Geschichte gemeinsam, Schritt für Schritt auf einen Schlußsatz hin zu erschaffen! Und ich freue mich wirklich sehr, daß  es sie gibt, und daß sie den Mut haben, hier mitzumachen und ihre Stimme zu offenbaren.

Kapitel für Kapitel werdet Ihr erfahren, wer es ist!

Ein wunderbarer Anfang ist gemacht mit dem ersten Kapitel und ich bin sehr gespannt, wie es weitergehen wird!

Ich wünsche uns allen ein gutes Gelingen dieses Projektes und natürlich allen, die hier hereinschauen und zuhören, ein herzliches Willkommen!

 

14 Gedanken zu „„Hört – Hört!“ … Geschichte am Feuer, Teil 1

  1. Ein Herr Ludwig pendelt nicht auf neuen Wegen. Er fabuliert – und jemand anderes wird weitererzählen? Ausgedacht, formuliert, vorgetragen, jedes Mal von einer anderen Erzählperson?
    So wird es sein.
    Erhebliche Spannung!

  2. Lieber Herr Ärmel, das ist schön, von Ihnen zu hören, trotz Fern- und Feinsand! Ach ja, ein wenig Mut brauchte ich, mich zu trauen, für das Projekt all diese wundervollen SchreiberInnen anzusprechen! Und jetzt fiebere ich jedem neuen Kapitel entgegen und bin schon ganz verzaubert und freu mich so! Bin auch schon sehr gespannt, was Sie so an Geschichten mitbringen von Ihrer Expedition! Gruß Graugans

  3. Die Geschichte fängt an mit einem, den der Zug ausspuckt auf einen Perron der leeren Sinnlosigkeit…sein brennendes Herz läßt ihn den Weg weitergehen…tiefe Worte, die mich berühren und auch als der Fremde schon verschwunden ist, noch im leisen Nachhall der Stimme Wut, Hoffnung und Liebe spürbar…starker Beginn!

  4. Ein nicht nur mutiges, sondern ein wirklich ambitioniertes Projekt … Respekt ! Und die Grundidee „eine Verbindung zur analogen Wirklichkeit durch das Hören der menschlichen Stimme“ herzustellen finde ich wirklich bemerkenswert in dieser virtuellen Welt, in der wir uns hier ja befinden.

    Bedauerlicherweise fehlt mir wohl die Gabe, einen eigenen Text beizusteuern (oder schlummer diese Gabe nur ?).

    Meine Stimme im Internet mag ich mir im Augenblick „nicht leisten“ … habe genug Stress und Ärger in der Arbeit, da brauch ich keinen weiteren „Nebenkriegsschauplatz“ weil mich zufällig einer hört, der mich beruflich kennt.

    Wenn ich in Rente bin (das dauert aber noch ein paar Jahre *ggg*), dann ist mir das alles wurscht.

    1. Lieber Meister, Deine Anerkennung tut mir gut und freut mich sehr, hab vielen Dank dafür! Es gibt bei diesem Projekt schon eine „feste Truppe“, Du brauchst also nix beisteuern grad, hatte mir das schon gedacht, daß Du nicht Deine Stimme auf youtube veröffentlichen magst, deshalb hab ich auch nicht bei Dir angefragt! Aber ganz sicher werd ich spätestens im Dezember wieder ein Schreibprojekt machen und da werd ich Dich überreden müssen, denn ganz sicher schlummert da noch etliches an Erzählgabe in Dir, hundertprozentig…das merkt man doch an Deinen großartigen Texten, die Du als Glückshändler immer schreibst! Liebe Grüsse !

  5. Wie ich „ihn“ mag! Den Sammler der Augenblicke, den ziellosen Wanderer auf neuen Wegen … und wie ich sofort auch dieses Projekt mah!
    Danke Ludwig, danke Margarete und jetzt werde ich das zweite Kapitel hören …
    herzliche Frühmorgengrüße Ulli

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