my fickle friend, the summerwind …

 

 

 

In ihrem erdfarbenen Kleid sitzt sie auf einem Stein  und schaut über das Land. Viel Arbeit wartet auf sie, Löwe hat seine ungebändigte Lust am Leben ausgeschüttet, wie immer ohne Maß und Ziel und ohne einen Gedanken darauf zu verschwenden, was mit dieser Fülle geschehen soll. Die Früchte des heissen Sommers hängen schwer und üppig an den  überladenen Ästen, mehr und mehr fällt das überreife Zuviel an Allem zu Boden … ein leichter Geruch nach fauliger Süße weht durch die Luft. Nach einer ersten Analyse werden die Hände der Jungfrau zupacken und wie immer wird sie ihre exakten Systeme zur Vorratshaltung walten lassen und Ordnung machen in diesem Durcheinander von allem, was vom Sommer übriggeblieben ist. Nicht alles ist verwertbar, was so herumliegt, zu schwer gewordene Träume und allerlei Illusionsspuk wirft sie in die Luft, manch einen Schmerz läßt sie beim faulen Obst liegen, Liebe, die noch glüht, klaubt sie auf und berwahrt sie in ihrem Herzen bis ihre Zeit reif ist. Behutsam und liebevoll wird sie die Gaben mit ihren heilenden Händen ordnen und sie zu gegebener Zeit an Waage weiterreichen.

Unter einem Busch kriecht Löwe hervor, müde legt er seinen mächtigen Schädel auf ihre Knie, behutsam streicht ihre Hand über sein struppiges Fell. Du hast mir Dein Geheimnis anvertraut  und Du weißt, ich werde es gut behüten … ihr goldener Kamm gleitet durch seine verfilzte Mähne, sein Leib dehnt und streckt sich, ein kurzes rauhes Brüllen, und schon ist er auf und davon, in großen Sprüngen über die Hügel.

Der ganze Tag war düster, auf einmal funkelt es golden durch die Regenwolke, ein letzter Hauch warmer Sommerwind spielt mit ihrem Haar und streichelt ein Lächeln in ihr Gesicht. Du Gaukler, denkt sie.

12 Gedanken zu „my fickle friend, the summerwind …

  1. Du Liebe, wie schön es bei euch ausschaut!
    Heute habe ich Pfirsichmarmelade gekocht, letzte Woche Pflaumen, sooo viele Früchte, trotz der Trockenheit, bald sind die Äpfel dran, es ist zu viel was an den Bäumen hängt, es ist nicht zu schaffen, ich habe überlegt zu pflücken und es an die Tafel weiter zu verschenken …
    Doch, ich sage es wieder, dein Beitrag ist ein Herzöffner, danke!

    Herzliches an dich, Ulli

    1. Du bist so lieb, Ulli, ich dank Dir!!!!!
      Schicke auch ganz viel Herzliches und werd mich melden, wegen eines künftigen Projekts. (Natürlich erst, wenn ich das letzte endlich zur Veröffentlichung gebracht hab!!)

  2. Selten schön – auf eine sehr eigene Weise hast du den Wechsel der Monde erzählt. Und ich vermisse den Löwen, sein Brennen, den feurigen Glanz seiner Mähne, die Funkenspur seines Schweifes. Aber hilft ja nichts. Weiterfließen …

    1. Ja, lieber Gestreifter, Weiterfließen … aber nun mit den feurigen Geschenken des Löwen im Herzen: Brennen, Glanz und Funkenspur!
      Ich freu mich immer so über Deine Worte, hab Dank!

  3. Folgendes ist nicht von mir, doch zu Deinem Eintrag ist es mir eingefallen…
    Lass Drachen steigen
    Spring in Pfützen
    Wünsche auf Sternschnuppen
    Lieg im Gras
    Träume groß
    Spiele verkleiden
    Laufe barfuß
    Tanz im Regen
    Greif nach den Sternen
    Sei fantasievoll
    Gehe sanft
    Schlafe süss
    Herzliche Grüße irm

    1. Laß Drachen steigen … sofort, wennst mitmachst
      Spring in Pfützen … gleich, wenns regnet
      Wünsche auf Sternschnuppen … eh klar!
      Lieg im Gras … gerne, vor allem bei Vollmondlicht
      Träume groß … leidenschaftlich gern, werden immer größer und mehrmehrmehr
      Spiele verkleiden … da hapert´s, also ausbaufähig bei Hilfestellung!
      Laufe barfuß … immer und überall, liebend gern
      Tanz im Regen … na klar, aber auch im Regen am liebsten mit der Irmi
      Greif nach den Sternen … jaaaa … unverbesserlich, auch wenn ich im Gefunkel
      manchmal danebengreife
      Sei fantasievoll … im Träumen ganz bestimmt
      Gehe sanft … bemühe mich
      Schlafe süss … bin gern bereit!

      Hab Dank, liebe Irm für diese wunderbaren Worte … kicher … Du wirst Zeit zum Drachensteigen, Verkleiden und Tanz im Regen mit mir für den Herbst einplanen müssen, wenn Deine guten Wünsche was bringen sollen!
      Sei lieb gegrüßt!

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