“Hört – Hört!” … Geschichte am Feuer, Teil 7

Liebe Leute,

anscheinend ist es so, da wo wir Menschen sind, gibt es oft großes Durcheinander. Wir reden viel und laut und leidenschaftlich  aneinander vorbei, und wenn wir auch noch so souverän tun, wollen wir doch alle bemerkt, beachtet und letztendlich geliebt werden.

Manchmal setzen wir viel ein, um zu ein wenig Applaus zu kommen.

Mit unterschiedlich ausgeprägten Einsamkeiten im Gepäck jagen wir den Träumen von Freundschaft und Liebe hinterher, die aber dann oft verschreckt vor uns wegrennen. Auf all unseren Wegen passiert es, daß wir uns gegenseitig anrempeln, gut gemeinte Geschenke zu Fesseln werden und liebevoll begonnene Verbindungen in destruktive, traurige Desaster abstürzen.

Wir könnten aus all dem lernen, daß sich Liebe in welcher Form auch immer, nicht erzwingen läßt. Sie kann nur dort sein, wo sie sich aus sich selbst heraus verschenkt, verströmt, ohne Netz und doppelten Boden und ohne die geringste Garantie auf Gegenliebe.

Das ist seit ewigen Zeiten ein großes Menschheitsthema. Auch hier, in der digitalen Welt können wir uns blenden lassen von unzähligen Verspiegelungen und uns ins Netz der Millionen Möglichkeiten verstricken oder aber, wir können uns Oasen bereiten, immer und überall, in denen Menschen für eine gewisse Zeit konstruktiv zusammen arbeiten, sich dann wieder trennen und neuen Horizonten entgegengehen…mit dem guten Gefühl, gemeinsam etwas erschaffen zu haben.

So ist es mit der “Geschichte am Feuer”. Seit Wochen brennt es leise vor sich hin und ein Erzählfaden wird weitergesponnen. Wie mir scheint, sind alle noch dabei und verfolgen aufmerksam, wie sich dieses Projekt nun dem Ende nähert. Die Vorletzte hat soeben  aus golddurchwirktem Garn das nächste Kapitel zu feinster Poesie verwebt  und während wir es anhören, dichtet bereits die letzte Erzählerin der Runde auf den Schluß zu.

Mir ist ein wenig wehmütig zumute, wie das halt so ist, wenn was Schönes langsam zu Ende geht. Ich erhebe das Glas, laßt uns trinken auf dieses wunderbare Zusammensein in einer Runde freundlicher Menschen, die sich gegenseitig in ihrer Arbeit respektieren. Eine gute Sache ist das. Und während wir trinken, Ihr Lieben, laßt uns hören, wie die Geschichte weitergeht!

Ein Prosit auf Euch und das Leben!

 

7. Kapitel: Womöglich wenn wahrscheinlich

erzählt von: Katja Schraml

12 Gedanken zu „“Hört – Hört!” … Geschichte am Feuer, Teil 7

  1. Vielen Dank auch für diese wohlinszenierte Wortbildverführung.
    Sonntägliche Grüsse
    Herr Ärmel

    PS: wenn nun nach einer letzten, noch ausstehenden Folge das literarische Zauberwerk beendet sein wird, wäre es da möglich, alle Einzelteile zu einem ganzen Erzählteppich zusammenzuweben?

    1. Ja, lieber Herr Ärmel, das wird ganz sicher so sein und ein Gesamtvideo wird in die Welt hinausfliegen! Viele liebe Grüsse an Sie vom regnerischen Alpenrand oder vom Feuer an warmen Meeresgestaden…ich weiß selber grad nimmer so genau…aber meine Freude über Ihren Besuch hier, die ist gewiß! Ihre alte Graugans

    1. Ja, das ist ja wirklich wunderbar, daß Du ihn verfolgst, den Faden hier, an diesem geheimnisvollen Ort…wünsch Dir dorthin, wo Du grad bist viele gute Begegnungen und hoffe, Du wirst Geschichten mitbringen…liebe Grüsse zu Dir!

  2. Schön! Der Schwenk auf die Ich-Erzählerin des Impulses. Hatte darauf gewartet.

    Die Murmel wurde mittlerweile zum Objekt, durch das man Engel sehen kann, wurde weggeworfen, gesucht, gefunden durch die Ich-erzählerin und im Mai von ihr an einen Platz gebracht, an dem sie zuvor im Dezember zur Ich-Erzählerin kam. Jetzt wird im letzten Kapitel der Bogen geschlossen werden, Engel, Kugel, Ich-Erzählerin begegnen einander und – Vorhang. Keine leichte Aufgabe.

  3. Wie wunderschön weitergesponnen! Wie zart, wie poetisch, wie klug!
    Auch ich bin schon gespannt darauf, den gesamten Bogen irgendwann mal in Folge hören zu können. Was für ein wunderbares Projekt!
    Liebe Grüße
    Christiane

  4. So ein dichter Text! Da reicht einmal hören nicht aus und das ist gut so!
    Herzlichen Dank Katja
    und auch dir, Margarete, meinen Dank für die einleitenden Worte, die mir nahe gingen …

    Ulli

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