24 T. – Mutmaßungen über meine Mutter, Tag 17: Kaschpar

als die mutter von den toten auferstand

„oh mutter der barmherzigkeit“

weißt du noch wie du mir die hand halten musstest am abend wenn ich krank und nie war zeit genug?

gei moidl des wiad schou

pommerland ist abgebrannt

mutter liegt im komaland

wir sind deine 3 töchter

alles mädchen <4 frauen> 1 quartett

wir teilen uns auf + bitten <beten> dich zurück

„hilf uns allen aus unsrer tiefen not“

wir stehen wACHe <sprechstunde der seufzer>

wir reden mit uns selbst

wir halten fremde freunde von dir (uns) ab

„es ist halt die mutter“

du hast mich befreit vom druck der entscheidung

die schwestern tragen die last

(ich könnts anders sehen aber so ist mirs lieber ich sehs so wie dus sagst was du auch meinst)

faißeln kann dei katja

gei spring schnöi

mir hom zvü ahwat khoot koa zeit zum gai

während wir mit dir durch dich an den maschinen hängen rennt die wichtigkeit der welt draußen emsig vorbei

wir aber sind rausgefallen

unsere köpfe stecken tief in intensiver sorge

„lass uns nicht verderben“

geschichten die zu schreiben sind: über den unterschied zwischen ersehnen+erwarten

wir erINNERn uns der vergangenzeit

kann man 1 gefühl speichern + später vergleichen?

wir halten deine hand/uns an dir fest/durch

holz schLichten/steine klauben/knödel drehen

dou na schei langsam – oans nachm andan

aitz schauts schou herwarts

aitz homma des a wieda gschafft

all meine texte webst <lebst> du

wir warten (auf) dich

wir haben uns die wundeR <h|offenbar|ung> verdient

30 tage lang

wir werden

a) erwachsen

b) guter hoffnung

c) von der erde losgelöst

moagn schauts schou wieda anders as

„morgen früh wenn gott will“

als die mutter von den toten auferstand

konnte sie ihr glück nicht fassen

es brachte sie fast um

unseren verstand

sie hat uns nicht erkannt

wir aber lassen nicht mehr los

wir schieben dich <unbeirrt> durch die station

wir zwingen dich <reanimiert>

rehABILItation

schöüb aa zaich aa druck draaf des geit schou

bis du wieder – – –

aitz watt zerscht – schau na aaf di

gei na zou i kumm schou zrecht

gemma schei langsam waida

– – – weißt wer wir sind

mi hod aa koana gfraugt

ihr kinnts des schnöi so a lächln aafsetzn

leech des hi woustas heahoust

1 lebenswillen muss man haben den kriegt man nicht geschenkt den muss man aus sich selbst erzeugen

weißt du noch wie du sagtest mir den so starken willen habest irgendwie brechen müssen (weils wohl so brAuch)?

des moidl spurt einfach niad

„dein wille geschehe“

mutmaßlich hab ich ihn von dir

wie die stärke die strenge die sturheit die stimme die stummheit die steifheit die stabilität die statur

nur die angst ist mir+uns von allen teil geworden

liebe mutter halte noch ein bisschen meine hand ich bin doch chronisch krank

foast mit mir nummoi in urlaub?

was haben wir hast du für 1 glück?

als die mutter von den toten auferstand

waren wir wieder

kinder

Text: Kaschpar

4 Gedanken zu „24 T. – Mutmaßungen über meine Mutter, Tag 17: Kaschpar

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