24 T. – Erkundungen der fernen Nähe … Tag 4

Es gibt da so eine Stelle auf der Bundesstraße, ca. 4 km von daheim, wenn ich dort angelangt bin, überflutet mich das Glück. Das war immer so und wird auch so bleiben. Wenn ich das langgestreckte Tal verlasse, dann öffnet sich das Land und gibt den Blick frei … und dann sehe ich ihn, er steht da, ein Klotz von einem Berg, wächst einfach so aus der Ebene heraus, der Untersberg, und dann bin ich glücklich. Heute färbt ihn der Föhn dunkelblau, es liegt noch kein Schnee auf seinem Rücken. Es ist immer dasselbe, diese Freude, ihn zu sehen. Den Versuch, ihn zu fotografieren, gebe ich auf, auf dem Bild ist er etwas anderes, als der er ist.

Ich werde ihn wahrscheinlich auch nicht mehr besteigen. Früheres Ergehen seiner Gipfel führten zu einem ähnlichen Gefühl, wenn ich oben auf ihm stehe ist er nicht mehr der Berg, der er ist. Ich glaube, die Ehrfurcht vor der Würde des Steins kann man nur unten zeigen, indem man zu ihm hinaufschaut.

Viele Sagen erzählen von starken Kräften in seinem Inneren und jährlich rennen tausende Menschen auf ihm herum,  um in Besitz dieser Kräfte zu kommen, und nur die klugen erkennen irgendwann, daß wir nie was anderes vorfinden, als das, was wir mitbringen, und daß wir nur beschenkt werden, wenn wir selber schenken. Und letztendlich sagen alle alten Geschichten dasselbe: denen, die reinen Herzens sind, wird geholfen.

Wenn ich nach ein paar km ihn so dastehen sehe, bin ich einfach nur glücklich.

 

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